Waldschäden

Hessen will nach Waldschäden 100 Millionen Bäume pflanzen

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Gesunde Buche: In Hessen sollen Millionen Bäume gepflanzt werden. 

Dürre, Stürme und Borkenkäfer: Dem Wald in Hessen geht's bescheiden. Nun soll gegengesteuert werden. 

Der Wald befindet sich durch Dürre, Stürme und Borkenkäfer in einem teilweise „bedrückenden Zustand“, stellt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) fest. Seine Regierung will gegensteuern. 100 Millionen Bäume „für einen gesunden und starken Wald“ sollen in den nächsten Jahren gepflanzt werden, kündigten Bouffier und Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Freitag an.

Insgesamt gut 200 Millionen Euro sollen innerhalb von fünf Jahren für den Schutz des Waldes ausgegeben werden, davon kommen 30 Millionen Euro vom Bund. Es gehe um Klimaschutz und um den Erholungs- und Freizeitwert der Wälder, betonte Bouffier in Wiesbaden.

Kein Personalabbau bei Hessenforst

Ein Schwerpunkt des Zwölf-Punkte-Plans betrifft den Landesbetrieb Hessenforst, der in den nächsten Jahren kräftig Personal abbauen sollte. Geplant war eine Reduzierung von derzeit rund 2000 auf 1700 Stellen im Jahr 2025.

Diese Kürzung werde gestoppt, kündigte Hinz an. Die rund 50 Stellen, die im nächsten Jahr wegfallen sollten, blieben erhalten. Die Gewerkschaften hatten zusätzliches Personal gefordert, um Schäden im Forst beseitigen und den Aufwuchs neu gesetzter Bäume begleiten zu können. Im Plan der Landesregierung heißt es dazu: „Das derzeitige Personalkonzept von Hessenforst soll überprüft und gegebenenfalls neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden, damit ein effektiver Waldschutz möglich ist.“

Land kommt für Verluste auf

Zudem bekommt Hessenforst mehr Geld. Vier Jahre lang soll es jeweils 30 Millionen Euro zusätzlich vom Land geben. Damit soll das Landesunternehmen die Verluste ausgleichen, die es hinnehmen muss, weil das Holz derzeit kaum mehr zu verkaufen ist. Wegen der Dürreschäden kommt zu viel Holz auf den Markt. Zugleich sollten die Flächen als Mischwald aufgeforstet werden, der den Klimaveränderungen standhalte.

Auch Kommunen und Privatleute, die Wald besitzen, werden vom Land bei der Bewältigung der Schäden unterstützt. Als Soforthilfe stellt Hessen fünf Millionen Euro bereit. Hinzu kommt eine Million Euro für die „Verkehrssicherung“, also die Beseitigung von Gefahren für Spaziergänger und andere Waldnutzer.

Auch in den Jahren bis 2023 gibt es Hilfe. Das Land gibt jährlich fünf Millionen Euro, der Bund legt weitere 7,5 Millionen Euro drauf, so dass über vier Jahre 50 Millionen Euro zusammenkommen. Zugleich unterstützt die Landesregierung die Forschung darüber, wo welche Baumart bei veränderten klimatischen Bedingungen in Hessen wachsen kann.

Maßnahme soll auch dem Klima dienen

Mit Blick auf den Klimaschutz, zu dem Bäume als CO2-Speicher wesentlich beitragen, sagte Ministerpräsident Bouffier: „Ich weiß auch, dass wir allein das Klima nicht retten können. Aber das heißt ja nicht, dass wir nichts machen sollten.“

Umweltministerin Hinz wandte sich im FR-Interview gegen Forderungen, einen Klimanotstand für Hessen auszurufen, wie es einige Städte getan haben. Sie sagte, die Regierung bekämpfe „energisch“ den Klimawandel. „Ich brauche dafür dieses Symbol Klimanotstand nicht.“

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