Dach über dem Kopf in Winter

Hessen schafft für alle Flüchtlinge feste Unterkünfte

Wiesbaden - Alle Flüchtlinge können raus aus ihren Zelten. Die Suche nach festen Unterkünften für die Asylsuchenden wird die hessische Landesregierung aber auch im neuen Jahr dauerhaft beschäftigen.

Hessen hat für alle Flüchtlinge im Land feste Unterkünfte geschaffen. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) zeigte sich heute in Wiesbaden zuversichtlich, dass die Asylsuchenden auch künftig ein festes Dach über dem Kopf haben werden. "Wenn wir mit 500 Flüchtlingen pro Tag rechnen, dann brauchen wir keine neuen Zelte mehr." In Hessen gebe es keine Bilder von Flüchtlingen, die auf der Straße leben müssen. Jeder der Asylsuchenden sei menschenwürdig behandelt worden.

Lediglich in Kassel-Calden gibt es nach Angaben des Sozialministers eine Gruppe von rund 35 Menschen, die den Umzug vom beheizten Zelt in winterfeste Leichtbauhallen ablehnten. Dazu kämen vereinzelt Fälle, dass Kommunen in Eigenregie Zelte für die Asylsuchenden aufgestellt haben. Darauf habe das Land aber keinen Einfluss. Hessen hat in diesem Jahr mindestens 70.000 Flüchtlinge aufgenommen. Rund 24.000 Menschen leben nach Angaben von Grüttner derzeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Die Landesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, dass es bis zum kalendarischen Winteranfang am 21. Dezember keine Zeltstädte mehr im Land gibt. Noch im Oktober lebten 7500 Menschen in Zelten, Anfang Dezember waren es noch über 3000.

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Fast 90 Prozent der Flüchtlingsunterkünfte beständen aus festen Liegenschaften wie Kasernen, Gebäuden und Hallen, erklärte der Sozialminister. Dazu kämen Holzhäuser, Container und Leichtbauhallen in geringer Zahl. Insgesamt gebe es im Land 32 Standorte mit Außenstellen für die Erstaufnahme sowie 18 Notunterkünfte. Zu Beginn des neuen Jahres sollen weitere Unterkünfte unter anderem in Kronberg und Friedberg dazu kommen. Die größte Gruppe der Flüchtlinge sei im Jahr 2015 aus Syrien nach Hessen gekommen, sagte Grüttner weiter. Danach folgten Menschen aus Afghanistan, Irak und Iran sowie Eritrea. Eine ähnliche Entwicklung werde auch für das nächste Jahr erwartet.

An den Weihnachtsfeiertagen seien aber keine Zuweisungen des Landes an die Kommunen geplant, betonte der Minister. Die Flüchtlinge, die dann nach Hessen kommen, sollen in den Erstaufnahmeeinrichtungen im Land untergebracht werden. Während die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen von einer außerordentlichen Leistung und einem Zeichen der Solidarität sprachen, warnten die oppositionellen Linken davor, dass die neu geschaffenen Unterkünfte zu einer Dauerlösung für die Flüchtlinge werden. Die Asylsuchenden bräuchten stattdessen Wohnungen. (dpa)

Bilder: So sieht es im Flüchtlingslager in Gießen aus

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Strohfeldt

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