Wetterdienst warnt vor heftigen Gewittern

Hessen schwitzt und schwitzt

Wohl dem, der bei diesem Wetter ein Plätzchen im Schatten findet – wie hier im Waldschwimmbad in Neu-Isenburg.  - Foto: Postl
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Wohl dem, der bei diesem Wetter ein Plätzchen im Schatten findet – wie hier im Waldschwimmbad in Neu-Isenburg.

Offenbach - Hessen stöhnt über heiße Temperaturen Ende Mai. Nicht alle freut’s: Die Waldbrandgefahr ist hoch und die Witterung setzt vor allem Älteren und Kindern zu. Und schon sind auch die ersten Gewitter im Anmarsch. Von Nikolas Sohn

Für Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach bedeuten die gestrigen Höchsttemperaturen um 32 Grad indes nichts Aufsehenerregendes. Am Donnerstag (1. Juni) beginnt für Meteorologen schließlich offiziell der Sommer (der kalendarische Sommer startet erst am 21.  Juni). „Ende Mai können die Temperaturen durchaus schon mal die 30 Grad-Marke überschreiten. “ Die Sonne steht schließlich hoch und die warme Jahreszeit unmittelbar vor der Tür. „Zuletzt hatten wir ähnlich hohe Temperaturen im Mai 2005“, sagt der Wetterexperte. Zum damaligen Zeitpunkt seien in Offenbach auch 32 Grad Celsius gemessen worden. „Aktuell gehen wir davon aus, dass diesmal an mehreren unserer Stationen in Deutschland frühere Mai-Rekorde eingestellt oder übertroffen werden. “ Der Hitzerekord dieses Jahres wurde unterdessen in Koblenz nach nur einem Tag gebrochen – dort wurden gestern 34,6 Grad gemessen.

Sonnenbad – auch für die Natur sind Temperaturen jenseits der 30 Grad eine große Herausforderung. -

Heute dürfte sich an der Wetterlage nur wenig ändern. „Aktuell herrscht noch Hochdruckeinfluss, das bedeutet für heute viel Sonne, hohe Temperaturen um 30 Grad und nachmittags vielleicht auch bei uns Gewitter“, sagt Lux. Letzteres hat der Deutsche Wetterdienst unterdessen präzisiert und am Dienstagmorgen eine Unwetterwarnung herausgegeben: Der zufolge ist für Stadt und Kreis Offenbach, Frankfurt, Hanau und Main-Kinzig sowie Darmstadt und Darmstadt-Dieburg im Zeitraum von etwa 13 Uhr bis Mitternacht mit schweren Gewittern zu rechnen. Örtlich kann es zu heftigem Starkregen mit zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter "in kurzer Zeit", schweren Sturmböen um 100 Stundenkilometer und sogar Hagel mit einem Korndurchmesser von drei bis zu fünf Zentimetern kommen.

Danach gehen die Temperaturen im mittleren und südlichen Teil Hessen etwas zurück. „Bis Ende der Woche bleibt es sommerlich warm mit Höchstwerten zwischen 23 und 27 Grad. Allerdings wechseln Sonne und Wolken ab und auch einzelne Schauer können auftreten.“ Dabei spielt auch der vielzitierte Klimawandel eine gewisse Rolle. „Obwohl die aktuelle Hitzeperiode als Einzelereignis gesehen werden muss, passt die Wettersituation natürlich gut zu unseren Vorstellungen der Erderwärmung“, erklärt der Meteorologe.

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Wie sich der Sommer weiter entwickelt, ist selbst für den Wetterspezialisten offen. „Moderne Wettervorhersagen erlauben gute Vorhersagen bis zu sieben Tagen im Voraus, plus einem Trend von weiteren drei Tagen“. Mehr sei derzeit einfach nicht möglich, sagt Lux. „Es gibt da leider physikalische Grenzen.“

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Für Senioren, Kranke und Kinder stellt die Hitze eine große Belastung dar. „Allgemein gilt, dass man die kühleren Stunden der Nacht zum Lüften nutzen und tagsüber die Sonne generell aussperren sollte“, sagt Lux. Da heißt es körperliche Anstrengungen zu meiden. „Leichte Kost und reichlich Getränke wie Wasser, Tee oder Fruchtschorlen helfen solche Hitzeperioden gut zu überstehen.“

Dabei sei es auch wichtig, häufiger nach Älteren und Kranken zu sehen, wie sie mit den hohen Temperaturen zurechtkommen, sagen Experten. Besonders gelte dies für Alleinstehende in der Nachbarschaft, um die sich möglicherweise niemand kümmert. Im Freien sind Kopfbedeckung, langärmlige Kleidung oder Sonnencreme notwendig, um sich vor der hohen UV-Strahlung zu schützen.

Mit der Kehrseite der Hitze haben auch Förster zu kämpfen: Für den Kreis Offenbach (Station Wetterpark) wurde von den hessischen Forstbehörden für den heutigen Dienstag die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 ausgerufen, im Main-Kinzig-Kreis (Schlüchtern-Herolz) gilt Stufe drei. In diesem Fall überwacht der Landesbetrieb Hessen-Forst mit seinen Forstämtern verstärkt besonders gefährdete Waldgebiete, kontrolliert Zugangswege oder Löschwasserentnahmestellen, wie es auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heißt.

Viele Menschen zog es bei dem hochsommerlichen Wetter an Strände, Seen und in Freibäder. Dabei kam es auch zu schweren Unfällen. In Baden-Württemberg ertranken zwei Männer. In Thüringen starb ein 52-Jähriger in einem Badesee bei Krölpa.

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