Hessen spielt Hollywood

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Am Freitag war es wieder einmal soweit: Hessen spielte Hollywood, und auf dem Frankfurter Opernplatz wurde der rote Teppich ausgerollt.

Frankfurt - Am Freitag war es wieder einmal soweit: Hessen spielte Hollywood, und auf dem Frankfurter Opernplatz wurde der rote Teppich ausgerollt. Von Melanie Gärtner

Zur Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises in der Alten Oper hatte es einige bekannte Gesichter der deutschen Filmbranche in die Stadt verschlagen. Obwohl sich das Moderatorenpaar Susann Atwell und Ingo Zamperoni angestrengt Mühe gab, den offiziellen Teil des Abends unterhaltsam zu gestalten, wollte es mit der natürlichen Lockerheit nicht so recht klappen. Bei einem Abend, an dem die etwas unbeholfenen Ausführungen des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) über sein Lutschbonbon im Mund mehr Lacher hervorriefen, als die konstruierten Pointen der Moderatoren, waren die Erwartungen an das Niveau der Unterhaltsamkeit nicht allzu hoch anzusetzen. So verpuffte der feinsinnige Humor eines Dieter Moor über die Egomanie der Tonmeister schall- und klanglos im Raum, während Matthias Schweighöfers Schenkelklopfer über getragene Unterhosen jede weitere Form intelligenten Witzes bereits im Keime erstickte.

Impressionen von der Gala

Verleihung des Hessischen Filmpreises

Unbeliebt gemacht hat sich der junge Filmemacher damit trotzdem nicht. Für seine Leistung als Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor im Film „What a man“ wurde Schweighöfer mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet und hat ganz fest vor, auch im nächsten Jahr wieder einen Preis zu gewinnen. Auch sein nächstes Filmprojekt werde in Frankfurt spielen, kündigte Schweighöfer an. Der Hessische Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm ging in diesem Jahr an Andres Veiel für sein Drama um die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin „Wer wenn nicht wir“.

Hauptdarstellerin Lena Lauzemis, die im Film die Ensslin gibt, wurde mit dem Preis für die Beste Darstellerin ausgezeichnet. Da sie an dem Abend nicht anwesend sein konnte, nahm ihr Kollege August Diehl die Auszeichnung stellvertretend entgegen, verriet in seiner Ansprache aber dummerweise, dass Lena Lauzemis die Verleihung des Preises fast vergessen hätte. Dies war zwar ungeschickt, aber lange nicht so peinlich wie die Darbietung von Natalia Avelon, die als Laudatorin der Trägerin des Hessischen Kurzfilmpreises Enkelejd Lluca felsenfest davon überzeugt war, die Hochschule für Gestaltung HfG liege in Offenburg, und nicht in Offenbach.

Weitgehend glimpflich verlief hingegen die Verleihung des Ehrenpreises des Hessischen Ministerpräsidenten, der Heiner Lauterbach für sein Lebenswerk auszeichnete. Den Hessischen Fernsehpreis in der Kategorie Bester Darsteller erhielt Justus von Dohnányi für seine Leistung im Tatort „Eine bessere Welt“.

In diesem Jahr wurde außerdem ein Sonderpreis für Ensemble verliehen. Ausgezeichnet wurden Jördis Triebel, Andreas Schmidt und Devid Striesow für ihr gelungenes Zusammenspiel in dem Film von Edward Berger „Ein guter Sommer“. Bester hessischer Dokumentarfilmer wurde Pepe Danquart mit seinem 140-Minüter „Joschka und Herr Fischer“.

Quelle: op-online.de

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