Nachtflugverbot: Zwei von drei Hessen dafür

Frankfurt - Zwei Drittel aller Hessen sprechen sich laut einer Umfrage des Hessischen Rundfunks für ein Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr aus - selbst wenn dies mit Einbußen für den Flughafen verbunden ist.

Infratest dimap hatte im Auftrag des Hessischen Rundfunks 1000 hessische Bürger telefonisch befragt.

Die Werte zu der Frage zum Nachtflugverbot waren in der Rhein-Main-Region nur unwesentlich höher als im Rest des Landes. Eine Stilllegung der im Oktober eröffneten Landebahn lehnen die meisten Befragten jedoch ab: Fast acht von zehn (77 Prozent) Befragten sprachen sich dagegen aus, nur 17 Prozent dafür. Eine Mehrheit (54 Prozent) plädierte dafür, dass der Flugverkehr in Frankfurt nicht über den aktuellen Stand hinaus ausgebaut wird.

Bei der Umfrage des hr wurde auch nach der gegenwärtigen Gunst der Wähler gefragt. Die Ergebnisse lesen Sie hier.

Der generelle Streit über den Frankfurter Flughafen ist hessenweit hingegen kaum von Bedeutung. Nur sieben Prozent der Befragten sahen nach einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Hessischen Rundfunks im Flughafenausbau das derzeit wichtigste politische Problem im Land. An vorderster Stelle rangieren stattdessen die Themen Bildung und Schule (37 Prozent) sowie Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarkt (17 Prozent).

Laut einer weiteren Telefon-Umfrage der „Frankfurter Rundschau“ unter 1000 wahlberchtigten Frankfurter Bürgern ist die Schließung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen keine Option. Lediglich neun Prozent forderten die Schließung. In der Umfrage des Instituts Onmiquest hätten sich 61,8 Prozent der Befragten für ein Nachtflugverbot und 21,9 Prozent für einen Betrieb ohne Einschränkungen ausgesprochen.

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Auffallend sei, dass jüngere Menschen weniger Wert auf Lärmschutz legten - 30,3 Prozent der 18- bis 29-Jährigen hätten einen Betrieb der Bahn ohne Nachtflugverbot befürwortet. Bei den über 60-Jährigen habe dieser Anteil nur bei 15,1 Prozent gelegen.

Fraport-Chef Stefan Schulte äußerte im Interview mit dem Blatt Verständnis für die Beschwerden der vom Fluglärm betroffenen Anwohner: „Die Belastung für sie ist sehr hoch.“ Eine Ausweitung des derzeit geltenden Nachtflugverbots über die Zeit zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr hinaus hätte aber aus seiner Sicht gravierende Folgen für den Flughafen als internationale Drehscheibe.

dpa

Quelle: op-online.de

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