„Hanau steht komplett“

Hessens Busfahrer streiken für mehr Lohn

+
Ein Großteil der hessischen Busfahrer lässt heute das Fahrzeug stehen.

Frankfurt - Rund 90 Prozent der hessischen Busfahrer beteiligen sich laut Verdi am Warnstreik, den die Gewerkschaft für den heutigen Tag ausgerufen hat.

Wegen eines Warnstreiks der Fahrer sind heute in Hessen deutlich weniger Busse unterwegs gewesen. Unter anderem in den Städten Frankfurt, Hanau, Darmstadt und Fulda fielen viele Verbindungen aus, die sonst von privaten Busunternehmen bedient werden. Die Gewerkschaft Verdi wollte die Ausstände noch bis in die Nacht fortführen, so dass auch die Frankfurter Nachtbusse davon betroffen waren.

Die Gewerkschaft verlangt für die rund 1200 Beschäftigten des privaten Busgewerbes einen Mindeststundenlohn von 12 Euro (bislang 11,04 Euro), kürzere Arbeitszeiten und bessere Lenkzeitbestimmungen. Das Angebot des Landesverbandes Hessischer Busunternehmer (LHO), das bis Ende 2015 auf 11,50 Euro komme, reiche nicht aus, erklärte Verhandlungsführer Jochen Koppel. Es dürfe nicht sein, dass voll berufstätige Busfahrer auf Unterstützung durch das Sozialamt angewiesen seien.

Koppel berichtete von großer Unterstützung aus der Fahrerschaft, die zu rund 90 Prozent mitziehe. Am kommenden Montag (16. Dezember) solle beraten werden, ob es vor der nächsten Verhandlungsrunde am 20. Dezember in Darmstadt weitere Arbeitskampfmaßnahmen geben werde.

In Hanau sitzen Straßenbahnfahrer am Steuer

Die Arbeitgeber bezeichneten den Warnstreik als nicht verständlich. Man habe ein gutes Angebot gemacht, mit dem die Löhne bereits ab Januar 2014 um 3,3 Prozent steigen würden. "Noch höhere Löhne sind nur finanzierbar, wenn die Politik für den ÖPNV zusätzliche Ressourcen bereitstellt", erklärte Verbandschef Karl Reinhard Wissmüller. In den langfristigen Verträgen würden die Lohnsteigerungen nur über einen statistischen Index berücksichtigt, darüber hinaus gehende Steigerungen müssten die Unternehmen aus eigener Tasche bezahlen, was sich im harten Wettbewerb niemand leisten könne.

Der Streik richtete sich nur gegen tarifgebundene private Busunternehmen: So waren in Hanau durchaus einige Busse unterwegs, mit Fahrern der öffentlichen Hanauer Straßenbahn (HSB) am Steuer. In Frankfurt waren sämtliche S-, U- und Straßenbahnlinien unterwegs, während der Busverkehr nahezu komplett ausfiel, wie ein Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft "traffiQ" berichtete. Nach einer Aufstellung des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) standen auch in Fulda, Darmstadt, Mainz, Marburg und Wiesbaden viele Busse still. In Gießen wurden die Stadtwerke hingegen nicht bestreikt.

dpa

Bus, Bahn und Tram - Metropolen im Test

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare