Hessens Lehrer treibt es auf die Straße

+
Missstände im Bildungssystem angeprangert - Studenten im Innenhof der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität.

Offenbach (ad.) ‐ Tausende Lehrer in Hessen werden am Dienstag nicht in ihre Schulen gehen, sondern nach Wiesbaden fahren. Dort findet eine Demonstration der Bildungsgewerkschaft GEW statt, die mit einer Kundgebung vor dem Kultusministerium enden soll.

Nicht nur die hessischen Lehrer haben zum Streiktag ausgerufen, Schüler- und Studentengruppen bereiten für den 17. November einen bundesweiten Bildungsstreik vor.

Was treibt gerade Hessens Lehrer auf die Straße? Vor allem wenden sie sich gegen zusätzliche Arbeitsbelastungen, wie Sprecherin der GEW Hessen, Barbara Dietz-Becker, sagt. Hessen ist neben Berlin als einziges Bundesland nicht mehr in der Tarifgemeinschaft der Länder, eine Regelung zur Verringerung der Arbeitszeit wurde bis heute nicht umgesetzt. In den Verhandlungen mit der Landesregierung sei klargeworden, „da wird sich nichts mehr bewegen“, so Dietz-Becker. Die Pflichtstundenzahl liegt in Hessen bei 27, nur Mecklenburg-Vorpommern hat mehr; in Sachsen-Anhalt sind es 25. Weitere Forderungen der Lehrer: Fortsetzung der Altersteilzeitregelung und keine Erhöhung des Eintrittsalters in den Ruhestand. „Wir haben Sorge, dass wieder mehr Kollegen krankheitsbedingt ausscheiden“, sagt die GEW-Sprecherin mit Blick auf immer neue Aufgaben, die auf den etwa 40.000 Lehrern in Hessen abgeladen würden.

Die Eltern wurden per Brief über den Streik informiert. Das Kultusministerium drohte Teilnehmern mit disziplinarischen Maßnahmen.

Quelle: op-online.de

Kommentare