Hessens Unternehmen wieder optimistisch

+
Volker Fasbender

Frankfurt - Nach Monaten der schweren Rezession sieht die hessische Wirtschaft einen Silberstreifen am Horizon. Von Marc Kuhn

Unsere Unternehmen sind deutlich zuversichtlicher geworden in den letzen Monaten und haben wieder vermehrt Aufträge bekommen“, sagte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (Vhu) in Frankfurt unserer Zeitung. Seit einiger Zeit gebe es keine Rückgänge bei den Aufträgen mehr. Jetzt würden die Firmen ihre Lager aufbauen. Zudem gebe es Neubestellungen vor allem aus dem Ausland. Fasbender rechnet in den nächsten Jahren allerdings nur mit moderaten Wachstumsraten für die Wirtschaft in Hessen.

Die Auswirkungen der Krise seien nicht so stark wie befürchtet. In Hessen seien insbesondere der Maschinen- und der Automobilbau sowie die Zulieferer betroffen. Der Kraftwerksbau spüre sie kaum, erklärte Fasbender. Auch Firmen, die mit Medizintechnik ihr Geld verdienen, stünden gut da. Der Hauptgeschäftsführer berichtete weiter, bisher sei es der hessischen Wirtschaft gelungen, das Stammpersonal weitgehend zu halten. Die Zahl der Arbeitslosen sei nur moderat gestiegen. „Das ist ein wesentlicher Unterschied zu früheren Rezessionen.“ Die Kurzarbeit sei enorm wichtig, um in den Firmen die schwierigen Situationen abzufedern. „In den Unternehmen gibt es eine hohe Flexibilität und die haben wir auch nötig.“ Für die Zukunft zeigte sich Fasbender zuversichtlich. „Wir haben festgestellt, dass die Unternehmen Anstrengungen bei Forschung, Entwicklung und Innovationen nicht reduziert, sondern zum Teil sogar aufgestockt haben.“

„Wir müssen Hessen industriefreundlicher machen.“

Die Industrie sei in Hessen ein starker Wachstumsmotor. „Dienstleistung ohne Industrie sei ein illusionäres wirtschaftspolitisches Konzept.“ Deshalb fordert Fasbender: „Wir müssen Hessen industriefreundlicher machen.“ Der Wissenstransfer von Hochschul- und Forschungseinrichtungen zu den Unternehmen müsse verbessert werden. Mehr Menschen müssten in den Technik- und naturwissenschaftlichen Disziplinen ausgebildet werden. Forschung und Entwicklung sollten steuerlich besser gefördert werden, sagte Fasbender.

In Offenbach würden unter der Krise besonders Maschinenbauer wie der Druckmaschinenhersteller „manroland“ leiden. Automobilzulieferer wie GKN Driveline würden die konjunkturelle Durststrecke vorwiegend mit Kurzarbeit überbrücken. Den Herstellern von Energietechnik wie Areva NP gehe es hingegen gut. Auch die Kreativwirtschaft ziehe neue Leute an. „Wir glauben, dass die Hochschule für Gestaltung ein interessanter Kern ist, der Impulse gibt für die weitere Entwicklung der Kreativwirtschaft, die in Offenbach immer bedeutender wird.“ Deshalb kommt Fasbender zu dem Schluss: „So schlecht ist Offenbach nicht aufgestellt.“

Zum ersten Mal in Hessen: „Tag der Industrie“

Am 22. August findet hessenweit erstmals der „Tag der Industrie“ statt. Er ist eine Veranstaltung der „Initiative Industrieplatz Hessen“, die maßgeblich von den Vhu getragen wird und Teil der „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ (18. bis 23. August) ist. Einige Unternehmen öffnen ihre Tore für die Öffentlichkeit. Darüber hinaus finden Symposien in Offenbach, Darmstadt, Gießen/Wetzlar, Kassel und Frankfurt statt. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte.

Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr im Seminarraum 101 im Hauptgebäude der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, Schloßstraße 31. Sie ist kostenfrei.

Eine Anmeldung ist möglich unter 069/8600429-60 oder im Internet

In Offenbach widmet sich das Symposium dem Verhältnis von Kreativwirtschaft und Industrieverbund. Die Diskussion mit Gerhard Grandke, Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen, dem Präsidenten der Hochschule für Gestaltung, Professor Bernd Kracke, und Alfred Clouth, dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Offenbach, beschäftigt sich mit der Frage, wie Synergien der „creative industries“ und den traditionellen Industriezweigen weiter verbessert werden können, wie es hieß.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare