Ohne sie geht nichts: Hessentag sucht Freiwillige

Oberursel - Die Jobs als Hostessen und Kuchenverkäufer sind sehr gefragt, ganz im Gegensatz zu der Arbeit als Ordnungsdienst auf den Toiletten. „Wir brauchen für den Hessentag auch noch Bestuhler und Mitarbeiter an den Garderoben“, zählte Aline Kremser kürzlich im Foyer der Oberurseler Stadthalle auf.

Sie gehört zu der „Projektgruppe 7“ und informierte am ersten Infoabend Interessenten über freie Jobs auf dem Hessentag. Etwa 600 bis 800 ehrenamtliche Mitarbeiter braucht die Stadt Oberursel für das Hessenfest vom 10. bis zum 19. Juni. Am Infoabend ist im Saal der Stadthalle keiner der 540 Sitzplätze frei, mehrere Menschen müssen stehen. Viele meldeten sich spontan an, sie konnten schon ihr knallgelbes Shirt mit dem Hessentags-Logo und der roten Aufschrift „Team“ abholen.

Einer von ihnen ist Daniel Blaschke aus Oberursel. „Ich möchte was haben, bei dem man anpacken muss“, sagt der 30-jährige PR-Berater. Am liebsten wäre ihm die Bühnenbetreuung im „Weindorf“. Seine Freundin Julia Ott sieht ihren Platz dagegen eher an einem Informationsstand. Die beiden freuen sich auf den Hessentag, hoffen auf ein „schönes Gemeinschaftsgefühl“ und „viele neue Kontakte“. Über die Lautstärke während des Hessentags machen sie sich keine Gedanken. „Es sind doch nur zehn Tage.“

Das sehen andere Oberurseler nicht so. Als Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) im Saal über den Hessentag informiert, spricht eine Frau über ihre Befürchtungen, es könne zu laut werden. Die Menge raunt unwillig, Brum seufzt. „Das ist eine offene Wunde“, gibt er zu. Es habe bereits ähnliche Beschwerden gegeben. Vorgegebene Dezibel-Werte müssten eingehalten werden. „Man sollte aber festhalten: Das ist eine für Oberursel einzigartige Veranstaltung, und es sind auch nur zehn Tage!“ Die Menge sieht es genauso und klatscht laut.

„Wir hatten sehr viel Arbeit, es war ein schwerer Gang“, fasst Brum die bisherigen Vorbereitungen zum 51. Hessentag zusammen. „Einige Mitarbeiter sind an der Grenze ihrer Belastbarkeit, die Nerven liegen blank.“ Ohne die Ehrenamtlichen könne das Programm auf dem Hessentag gar nicht gestemmt werden, dies sei nicht zu finanzieren.

Insgesamt braucht die Stadt zwischen 2000 und 3000 Ehrenamtliche, die meisten werden von Organisationen wie der Feuerwehr oder dem Deutschen Roten Kreuz gestellt. Die Freiwilligen werden nun geschult, Anfang Mai sollen sie ihren konkreten Einsatzplan bekommen. „Wichtig sind klare Regeln, auch bei Banalitäten“, erklärt Brum. „Wenn wir 100.000 Leute in der Stadt haben, ist es zu spät, um darüber zu reden.“

Von Sabine Maurer (dpa)

Quelle: op-online.de

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