Parade der Vielfalt

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Die Festparade nahm ihren Weg durch Wetzlars enge Gassen.

Wetzlar (dpa) - Der Festumzug ist Pflichtprogramm beim Hessentag. Ebenso Zahlenspiele. Mit dem Ergebnis können die Veranstalter der diesjährigen Veranstaltung in Wetzlar zufrieden sein: Die erwarteten Besucherzahlen wurden mehr als erreicht.

Kunterbunter Abschluss des 52. Hessentages: Mit schwarzen Hauben, roten Westen oder blauen Röcken sind am Sonntag zahlreiche Teilnehmer der traditionellen Festparade durch Wetzlar gezogen. Trachten- und Musikgruppen aus dem ganzen Land waren angereist, um am letzten Tag des Landesfestes Hessens Vielfalt zu präsentieren. Das Großereignis, das am 1. Juni begonnen hatte, lockte den Veranstaltern zufolge etwas mehr als 1,2 Millionen Menschen an – auf die Million hatten sie gehofft.

„Die Stadt Wetzlar hat die Tradition des Hessentags auf grandiose Art gelebt“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Sonntag laut Mitteilung. Hessen sei ein starkes Land und das Wesen dieser Stärke liege in der Gemeinschaft. „Das Landesfest bringt uns auf einzigartige Weise einander näher. Das ist die Seele des Hessentags und spiegelt sich in den fröhlichen Gesichtern wider.“

Begleitet wurde der Tross von Wolken

An dem Festumzug nahmen mehr als 3600 Menschen teil, außerdem geschmückte Motivwagen, Kutschen und Pferde. Zu den rund 170 Gruppen gehörten auch Volkstänzer aus Hessens türkischer Partnerregion Bursa. Begleitet wurde der Tross von Wolken, ein paar Regentropfen und zwischendurch auch Sonnenschein – durchwachsenes Wetter gehörte zum 52. Hessentag seit seinem Beginn dazu.

Die zahlreichen Schaulustigen am Rand des Zuges winkten den Teilnehmern zu, beklatschten Fahnenwürfe, das Hessentagspaar in seiner Kutsche oder Bembel, aus denen großzügig ausgeschenkt wurde.

Eine Zuschauerin zeigte sich begeistert von der Stimmung: „Ich finde es toll, das alles zu sehen“, sagte die Frau aus einem Wetzlarer Ortsteil. Eine junge Frau einige Meter weiter sagte: „Mir gefällt der Umzug. Ich finde es gut, dass manche Leute die Traditionen weiterführen.“ So könnten auch Jüngere erfahren, welche Trachten und Kulturen es im Land gebe.

Mehr als 1000 Veranstaltungspunkte

In der Parade liefen Mädchen mit geflochtenen Zöpfen und bestickten Kleidern mit und auch ein „Hochzeitspaar“ in der Kluft von anno dazumal. Traditionelle und aktuelle Mode trafen auf der Wade einer Frau zusammen, unter deren Rock ein Tattoo hervor lugte.

Während sich der Festzug seinen Weg bahnte, nutzten andere Besucher den letzten Tag des Landesfestes, um noch einmal in den Biergärten oder im Weindorf an der Lahn zu sitzen und die zahlreichen Info- und Aktionsstände aufzusuchen. Insgesamt umfasste das Hessentags-Programm in diesem Jahr mehr als 1000 Veranstaltungspunkte.

Am Samstag hatten die Veranstalter die erwartete Marke von einer Million Besucher erreicht. Zu den Programmpunkten am Wochenende gehörte auch ein Gottesdienst mit 250 Motorradfahrern und anschließendem Korso. US-Rocksänger Lenny Kravitz hatte zudem am Freitagabend 9 500 Fans eingeheizt.

Der Hessentag unter dem Motto „kulturell – lebendig – bunt“ sollte am Sonntagabend unter anderem mit dem Auftritt des Sängers Xavier Naidoo ausklingen. Das nächste Landesfest richtet 2013 Kassel aus.

Quelle: op-online.de

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