Hessenweite Aufklärungskampagne

Rote Karte gegen häusliche Gewalt

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Offenbach - Mit einer landesweiten Aktion informieren Apotheken und Hilfsorganisationen über das Tabuthema häusliche Gewalt. Auf symbolischen roten Karten finden Opfer und Zeugen unter anderem Telefonnummern und Verhaltenshinweise.

In Hessen hat heute eine landesweite Aktion gegen häusliche Gewalt begonnen. Apotheken und Frauenorganisationen informieren dabei erstmals gemeinsam über Hilfsangebote. Auf einer Roten Karte finden Opfer und Zeugen unter anderem Telefonnummern und Verhaltenshinweise. Die Karten liegen in den rund 1550 hessischen Apotheken aus, wie die Organisatoren zum Kampagnen-Start in Offenbach mitteilten. Ziel sei es, häusliche Gewalt aus der Tabuzone zu holen, sagte die Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft hessischer Frauenbüros, Christa Winter. Weil sich viele misshandelte Frauen in Apotheken Schmerzmittel kauften, seien diese für die Ausgabe der Karten besonders geeignet.

In Hessen wurden im vergangenen Jahr mindestens 7600 Frauen Opfer häuslicher Gewalt, die von Körperverletzung und Vergewaltigung bis zu Psychoterror reicht. "Nicht der finstere Park ist der gefährlichste Ort für Frauen, sondern die eigenen vier Wände", sagte die Staatssekretärin im Sozialministerium, Petra Müller-Klepper. Hessen ist den Organisatoren zufolge das erste Bundesland, in dem Frauenbüros und Apotheken gemeinsam gegen Gewalt gegen Frauen vorgehen. Zuvor gab es in Hessen bereits eine Kooperation mit Bäckereien.

ron

Quelle: op-online.de

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