Hessischer Datenschutzbeauftragter

Schultoiletten nicht überwachen

Wiesbaden - Schultoiletten dürfen nicht mit Videokameras überwacht werden. Jedenfalls nicht nach Ansicht des hessischen Datenschutzbeauftragen.

Auch das Filmen in Vorräumen sei fragwürdig, so der Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch. „Ich würde sagen, es gehört zur Intimsphäre, ob man sich die Hände wäscht nach dem Toilettenbesuch oder nicht“, sagte er in Wiesbaden, wo er seinen Jahresbericht 2012 vorstellte. Er forderte, Kameras an Schultoiletten vorerst abzuschalten.

Ein Mitarbeiter des Datenschutzbeauftragten soll in den kommenden Tagen Schulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg besuchen. Dort werden nach Angaben der Kreisverwaltung an fünf Schulen Kameras genutzt, um Vandalismus einzudämmen. An zwei Schulen würden auch die Eingangstüren zum Vorraum der Sanitäranlagen gefilmt, teilte ein Kreissprecher mit. Dabei sei zu sehen, wer den Raum betrete.

Ronellenfitsch kritisierte in seinem Bericht auch häufige Kopien von Personalausweisen, die Frage nach dem Wohnort bei der Kreditvergabe und eine Zunahme der privaten Videoüberwachung.

dpa

Quelle: op-online.de

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