„Heureka“ soll Unis nach vorne bringen

Wiesbaden ‐ Nicht kleckern, sondern klotzen. So lautet die Devise der Landesregierung, wenn es um den Ausbau der Universitäten geht. Sie sollen allen studentischen Protesten über Defizite in Lehre und inneruniversitärer Demokratie zum Trotz spätestens 2020 die modernsten Hochschulen in Deutschland sein. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Auch hochverschuldete Landeshaushalte bringen die Regierung nicht von dem Vorhaben ab, jährlich 250 Millionen Euro für den Hochschulbau auszugeben. Bildung ist Schwerpunkt, nicht nur in Hessen.

Dem ehrgeizigen Programm hat das Wissenschaftsministerium 2007 unter der damaligen Leitung von Udo Corts (CDU) den viel versprechenden Namen „Heureka“ verliehen: Bis 2020 sollen drei Milliarden Euro investiert sein, um die zwölf Universitäten und Fachhochschulen auf Vordermann zu bringen. Mit der Föderalismusreform I wurden die Länder dafür zuständig. Eine Mischfinanzierung Bund-Länder gibt es nur noch in der Forschungsföderung, in Marburg etwa für das neue Zentrum für Tumor- und Immunbiologie.

Wirtschaftskrise war ein Glücksfall

Als Glückfall für die Hochschulen entpuppte sich zudem die Wirtschaftskrise, denn nun kommen von 2009 bis 2012 noch einmal 540 Millionen hinzu aus dem landeseigenen und dem Konjunkturprogramm II des Bundes. Da diese Gelder schnell ausgegeben werden müssen, kann manches Projekt schneller als erwartet umgesetzt werden, vor allem, was energetische Maßnahmen betrifft.

Ziel von Heureka ist es vor allem, zersplitterte Standorte der Hochschulen im Sinne größerer Effizienz für Forschung und Lehre zu einem Campus zusammen zu führen. Auch die Stadtentwicklung soll davon profitieren.

Unter den südhessischen Hochschulen bekommt Frankfurt mit 550 Millionen Euro die höchste Summe aus „Heureka“. Die Goethe-Universität, mit 38000 Studierende die größte Hessens, wird ihren Standort Bockenheim mittelfristig aufgeben. Die Naturwissenschaften werden auf dem neuen Campus Riedberg im Norden Frankfurts zusammengefasst. Die Geisteswissenschaften konzentrieren sich am Rande der Innenstadt am Campus Westend, zu dem auch das frühere IG-Farben-Haus gehört. 200 Millionen Euro sind zusätzlich für die Hochschulmedizin (Campus Niederrad) eingeplant.

Quelle: op-online.de

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