Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“ 30 Jahre alt

Heilen statt nur Leben verlängern

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Helga von Haselberg vom Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“ sowie Prof. Simone Fulda und Prof. Thomas Klingebiel von der Universitätsklinik Frankfurt.

Frankfurt - Im Alter von elf Jahren bekam Nicole die Diagnose Leukämie. Heute ist sie 40 Jahre alt, Lehrerin und schon lange geheilt. Die „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“ hat Nicole und ihre Eltern damals beim Kampf gegen die Krankheit unterstützt. Von Sabrina Kristen

Inzwischen feiert der Verein sein 30-jähriges Bestehen. Bis Mitte der 1970er Jahre bedeutet die Diagnose Krebs bei Kindern das Todesurteil. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich die Heilungschancen deutlich gebessert. Doch die lange Zeit der Therapie und der Nachsorge stellt für die jungen Patienten und deren Angehörigen eine extreme körperliche und seelische Belastung dar.

Aus diesem Grund riefen Eltern, deren Nachwuchs in der Kinderkrebsklinik des Frankfurter Universitätsklinikums behandelt wurde, den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V.“ im Jahr 1983 ins Leben. „Wir sind aber nicht nur für Kinder aus Frankfurt, sondern aus der ganzen umliegenden Region da“, erläutert der Geschäftsführer des Vereins, Rudolf Starck. Die Stationen und Zimmer der Kinderkrebsklinik sind kindgerecht ausgestattet. Das Familienzentrum in Fußnähe bietet für Angehörige 30 Übernachtungsmöglichkeiten, um so der Familie den Umgang mit der Krankheit möglichst zu erleichtern.

„Es geht um das Auffangen der gesamten Familie“

„Es geht schließlich nicht nur um die medizinische Versorgung der jungen Patienten, sondern auch um das Auffangen der gesamten Familie“, sagt Professor Thomas Klingebiel, der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Die Unterstützung des Vereins betrifft verschiedene Bereiche. So ermöglicht ein Videokonferenzsystem langzeiterkrankten Schülern eine aktive Teilnahme am Unterricht. Aber auch psychologische und sozialpädagogische Begleitung erhalten die jungen Patienten und ihre Angehörigen.

„Unser Verein ist aber kein Selbstläufer, denn wir sind immer auf Spenden angewiesen“, betont der Geschäftsführer des Vereins. „Durchschnittlich können wir im Jahr zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro sammeln“, sagt die Vorsitzende Helga von Haselberg. Dank der vielen Spenden hat die „Hilfe für krebskranke Kinder“ bereits viel erreichen können. Mit der Gründung der „Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder“ hat der Verein die Erforschung von Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen stark vorangetrieben. Bereits 2005 eröffnete die Stiftung ein eigenes Forschungszentrum, in dem neue Therapiekonzepte entwickelt werden. Außerdem finanziert der Verein 28 Stellen in der Kinderkrebsklinik – vom Erzieher bis zum Arzt.

Bereits 80 Prozent der Kinder kuriert

Jährlich erkranken etwa 2000 Kinder und Jugendliche neu. Zirka 100 Neuaufnahmen im Jahr hat dabei die Frankfurter Kinderkrebsklinik. „Das Tückische ist, dass die Erkrankung bei Kindern meist viel spezifischer ist als bei Erwachsenen. Deshalb ist eine genaue Übertragung der Forschungsergebnisse nicht möglich“, wie Professor Klingebiel erklärt. Auf der Station ist jedes Alter vom Säugling bis zum Abiturienten vertreten. „Wir wollen nicht einfach das Leben der Kinder verlängern, wir wollen sie komplett heilen“, sagt Klingebiel. Gegenwärtig können bereits 80 Prozent der Kinder und Jugendliche kuriert werden. „Es sterben aber immer noch junge Patienten. Das ist für uns der absolute Ansporn, immer weiter zu forschen“, betont der Direktor der Kinderklinik.

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Quelle: op-online.de

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