Hintergrund: Zigarettenschmuggel - ein lukratives Geschäft

Gerade wurden im fränkischen Alzenau sieben Millionen Zigaretten sichergestellt. Kein Einzelfall, denn für kriminelle Banden ist der Zigarettenschmuggel ein gutes Geschäft. Nur durch die Arbeit von Zollfahndern wird die Hinterziehung von Millionen von Euro verhindert.

2008 wurden laut Zollkriminalamt in Köln rund 291 Millionen Glimmstängel sichergestellt. 2007 waren es noch 465 Millionen, 2006 rund 415 Millionen Zigaretten. Darin sind aber nur die großen Fälle von gewerbsmäßigen Schmugglern enthalten. Es geht nicht um ein paar Stangen, die Touristen aus dem Urlaub mitbringen. Die Zahlen in Deutschland  sind aber rückläufig. Der Grund:  Die Fahnder haben oft schon vorher zugeschlagen, so ist erst gar nicht so viel Schmuggelware in der Bundesrepublik angekommen.

Ein zweiter Grund: Die Transporte werden observiert, wenn sie durch das Transitland Deutschland gehen. Erst im Bestimmungsland greifen die Fahnder zu. Darüber hinaus gab es zuletzt nicht so viele spektakuläre Fälle mit großen Stückzahlen. Die Zahl der Ermittlungsverfahren ist aber von 2000 im Jahr 2007 auf 2200 im Jahr 2800 gestiegen. Pro Zigarette wird eine Steuer von 17,3 Cent erhoben, darin enthalten ist die Mehrwertsteuer, die Zollabgabe und die Tabaksteuer. Hochgerechnet auf die 291 Millionen Zigaretten, die 2008 beschlagnahmt wurden, geht es dabei um einen Steuerschaden von mehr als 50 Millionen Euro.

Fliegen ist zu teuer

Die Strippenzieher in dem lukrativen Geschäft sind organisierte Banden. Häufig kommen die Zigaretten aus Osteuropa oder Asien. Ihre Taktik haben die Schmuggler in den vergangenen Jahren umgestellt. Sie portionieren die Mengen kleiner. Waren früher zehn Millionen Zigaretten pro See-Container keine Seltenheit, sind es heute oft nur drei bis fünf Millionen. Und welche Transportwege werden benutzt? Vorzugsweise werden die Zigaretten auf dem Seeweg in Containern oder in Lastwagen über Land gebracht. Fliegen ist zu teuer.

Zigarrettenschmuggel wird von kriminellen Banden favorisiert, denn damit sind große Ertäge zu erzielen. Oft werden Gewinne von 100 Prozent pro Stange erzielt, wenn sie zwischen 15 und 20 Euro auf dem Schwarzmarkt verkauft wird. Erwischten Schmugglern drohen im Vergleich zu Drogendelikten nicht so hohe Haftstrafen. Dennoch wird diese Form der Steuerhinterziehung mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet. Und was passiert mit den beschlagnahmten Zigaretten? Sie werden vernichtet-meist in Müllverbrennungsanlagen.

dpa

Quelle: op-online.de

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