Hitze schadet Badeseen nicht

+
Mit mindestens 100 Hektar Wasserfläche ist der Langener Waldsee der größte Badesee in der Region. Am vergangenen Wochenende tummelten sich hier 30.000 Besucher.

Wiesbaden (dpa/mic) ‐ Die anhaltende Hitze hat auch die hessischen Badeseen aufgeheizt. „Die Seen sind ordentlich warm“, sagte Winfried Staudt vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) in Wiesbaden.

Vor allem in Südhessen sei die Wassertemperatur vielerorts auf über 20 Grad gestiegen. Im Arheilger Mühlchen, einem kleinen Badesee bei Darmstadt, sei das Wasser inzwischen 27 Grad warm. Für den Langener Waldsee, wo sich am vergangenen, heißen Wochenende rund 30.000 Menschen tummelten, wurden schon zum Wochenanfang 26 Grad Wassertemperatur gemeldet.

Trotz der großen Hitze gebe es für Badegäste keine Probleme, versicherte Staudt: „Die Gewässerqualität ist ausgezeichnet.“ Während der Saison werden die rund 60 ausgewiesenen hessischen Badeseen mindestens einmal im Monat im Auftrag der Gesundheitsämter auf Verunreinigungen mit menschlichen oder tierischen Fäkalien untersucht, die zu gesundheitlichen Problemen führen könnten.

Vereinzelt treten giftige Blaualgen auf

Wie alle 733 hessischen Seen sind auch die Badeseen künstlich. Sie entstanden in Kies- oder Kohlegruben oder wurden an Flüssen aufgestaut. Vom Baden in hessischen Flüssen raten die Experten grundsätzlich ab. „Die Strömung ist unberechenbar und die Hygiene unkontrollierbar“, sagte Staudt.

Ganz vereinzelt treten derzeit Blaualgen auf, die bei massenhafter Vermehrung problematisch sein können. Blaualgen sind keine Algen, sondern Bakterien. Ihre Giftstoffe können zu Übelkeit, Kopfschmerzen oder Kreislaufstörungen führen, wenn sie mit dem Wasser verschluckt werden. Erkennbar ist ein bedenklicher Befall an einem türkisfarbenen Teppich an der Wasseroberfläche. Schönes Wetter mit viel Sonnenschein ist nach den Erfahrungen der Experten keine gute Voraussetzung für die Vermehrung der Bakterien. Natürliche Konkurrenten wie harmlose Grün- oder Kieselalgen gedeihen jetzt besonders gut und halten sie in Schach.

Die meisten Algen seien ungefährlich

Gemeldet werden Blaualgen nur vom Strandbad Rodenbach im Main-Kinzig-Kreis, das zurzeit geschlossen ist, und im Aartalsee im Lahn-Dill-Kreis. Die Gesundheitsämter informieren darüber und raten zur Vorsicht, gesperrt wird aber deshalb in der Regel nicht. Schon der sichtbare Algenteppich halte Schwimmer normalerweise ab, sagte Staudt: „Da geht freiwillig keiner hin.“

Am saubersten seien nach seiner Erfahrung die großen Kiesseen, sagte HLUG-Experte Michael Häckl. Als Faustregel empfiehlt er den Fußtest: Steht man bis zum Knie im Wasser und sieht seine Füße nicht mehr, weil das Wasser trüb ist, sei Vorsicht geboten. Zwar drohe keine unmittelbare Gefahr, denn die meisten Algen seien ungefährlich, aber Schwimmen im trüben Wasser sei nicht angenehm. Wer bis zur Hüfte im Wasser steht und dann noch seine Füße deutlich sieht, könne unbesorgt sein.

Dass ganze Gewässer „umkippen“, sei ein Problem der Vergangenheit, sagte Häckl. „Das haben wir lange nicht mehr gehabt.“ Die Gefahr besteht dann, wenn Nährstoffe wie Exkremente von Tieren ins Wasser gelangen, es überdüngen und zunächst das Pflanzenwachstum anregen. Wenn die Pflanzen absterben, verbrauchen sie mehr Sauerstoff als im Wasser vorhanden ist. Als Folge stirbt sämtliches Leben im Gewässer, es entstehen stinkende Faulgase. Seit die Kläranlagen besser arbeiteten, komme das nicht mehr vor, sagte Häckl.

Quelle: op-online.de

Kommentare