Vorsicht vor Rissen und Dellen

Gluthitze sorgt für große Gefahr auf den Straßen

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Offenbach - Die Gluthitze bringt auch massive Behinderungen im Verkehr. Auf einigen Autobahnen sind bereits Fahrbahnbeläge aus Beton explosionsartig in die Höhe geschnellt; von Todesgefahr ist die Rede. Bei der Bahn fielen in Waggons Klimaanlagen aus; Ersatzzüge werden bereitgestellt.

Autofahrer sollten in diesen heißen Tagen auf Straßen mit Betonbelag besonders vorsichtig sein und den Sicherheitsabstand vergrößern. Bei starker Hitze können Betonfahrbahnen reißen und sich wölben. Damit entstehen sogenannte Blow-ups. Vorfälle gab es zuletzt etwa auf der A7 in Hamburg und auf der A5 bei Heidelberg. An besonders gefährdeten Abschnitten wie der A3 bei Regensburg oder Teilen der A92, der A93, der A5 und A6 sind Tempolimits verhängt worden. Für Berlin und Brandenburg warnte der ADAC: Auf Autobahnen und Landstraßen könnten die gefährlichen Dellen entstehen. Wer als Auto- oder Motorradfahrer eine solche Anhebung der Fahrbahn zu spät bemerkt und mit hoher Geschwindigkeit darüber hinwegfährt, kann durch den Sprungschanzen-Effekt die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren.

Die gute Nachricht für Hessen: Landesweit sind nur etwa drei Prozent der Straßen aus Beton. Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil erwartet keine größeren Schäden auf den Straßen. Zwar könne es auf Asphaltstraßen mit Vorschäden und mit viel Schwerlastverkehr zu Verformungen oder Spurrinnen kommen. Man erwarte aber keine sogenannten Blow-up-Phänomene, teilte ein Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die 60 hessischen Straßenmeistereien würden jedoch bei Kontrollen ein besonderes Augenmerk auf hitzebedingte Fahrbahnveränderungen legen.

So entsteht ein Schlagloch

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt kündigte an, dass die Autobahnen wegen der Gefahr von plötzlichen Straßenschäden verstärkt überwacht werden. Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr von Blow-ups am höchsten sei. Alle Schäden würden „umgehend repariert“. Dafür habe er einen Aktionsplan aufgelegt.

Am Freitag fielen nach Bahnangaben bei einem Dutzend Intercity-Zügen die Klimaanlagen aus. Hunderte Fahrgäste mussten in nachfolgende Züge umsteigen. Die Bahn stellte für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereit. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt.

In Deutschland häufen sich Hitzeperioden seit den 1990er Jahren, und die Spitzentemperaturen steigen. Das geht aus einer Auswertung von Daten des Deutschen Wetterdienstes in fünf Großstädten hervor. Untersucht wurden 14-tägige Hitzeperioden mit einer mittleren Tagestemperatur von mindestens 30 Grad zwischen 1950 und 2014 in Hamburg, Dresden, Mannheim, Frankfurt und München.

psh/dpa

Quelle: op-online.de

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