Hobby-Jäger erschießt Einbrecher: zehn Monate auf Bewährung

Frankfurt - Aus Versehen hat ein Hobby-Jäger nach der Jagd in einer Gartenkolonie einen Einbrecher erschossen - jetzt stand er vor Gericht.

Das Amtsgericht Frankfurt verurteilte den 51 Jahre alten ehemaligen Postbeamten wegen fahrlässiger Tötung heute zu zehn Monaten Bewährungsstrafe und hielt sich dabei an den Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte war in einer August-Nacht 2008 am Ginnheimer Wäldchen auf die Pirsch gegangen. Nachdem die Jagd abgeschlossen war, hielt er sich noch in einer nahen Gartenanlage auf. Dort hörte er plötzlich Fensterscheiben klirren.

Aus einer innen beleuchteten Laube sprang der Einbrecher und trat dem Jäger ins Gesicht. Aus dessen Revolver löste sich dabei ein Schuss, der den Einbrecher ins Herz traf. Vor Gericht bedauerte der Angeklagte den Tod des Opfers „außerordentlich“. Gleichwohl könne er nichts dafür, weil er von dem Einbrecher überrascht worden sei. Auch habe er ein strafrechtlich verankertes Festnahmerecht. Der Verteidiger verlangte deshalb einen Freispruch.

„Sheriff der Gartenanlage“

Laut Urteil aber hätte er besser vorher die Polizei gerufen, deren Telefonnummer er auch im Mobiltelefon gespeichert hatte, und sich ansonsten bis zum Eintreffen der Streife im Hintergrund gehalten. „Stattdessen haben Sie sich als Sheriff der Gartenanlage aufgespielt“, tadelte ihn der Vorsitzende Richter. Neben der Strafe werden auf den Jäger auch noch disziplinarische Folgen zukommen, bei denen er möglicherweise den Waffen- und Jagdschein verlieren könnte.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare