Blick richtet sich auf Kaiserlei

Hochhäuser rücken aus dem Zentrum

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Die Grafik zeigt die Kaiserlei-Grundstücke auf eigener Gemarkung, die Offenbach an Frankfurt verkauft hat (blaue Farbe), sowie jene, die auf Oberräder Gemarkung liegen (rot). Der Verlauf der Stadtgrenze ist indes noch nicht endgültig.

Frankfurt/Offenbach - Der Bau der Osthafenbrücke in Frankfurt ist auf faktischer Ebene unauflöslich verbunden mit dem Umbau des Kaiserleikreisels in einen ampelgesteuerten Autobahnanschluss. Nach jetzigem Stand sollen die Bauarbeiten dort im Jahr 2015 beginnen.

Wie Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider gestern bestätigte, wird das Projekt voraussichtlich erst im Jahr 2017 vollendet sein. Solange wird der Kreisel den zusätzlichen Verkehr, der durch die neue Brücke über die Gerbermühlstraße rollt, bewältigen müssen. Die Stadt Frankfurt rechnet mit täglich 17 000 Fahrzeugen, allerdings erst nach Vollendung des Neubaus der Europäischen Zentralbank (EZB).

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Bauwerk ins neue Ostend

Die Erschließung des Ostends hatte bislang für Frankfurt größte Priorität. Nun aber blicken die Nachbarn auch auf die Entwicklungsmöglichkeiten für Gewerbe im Kaiserleigebiet. Während die Offenbacher Stadtverordneten bereits vor geraumer Zeit dem veränderten Rahmenplan zur Entwicklung des Stadtteils absegneten, hat nun auch Frankfurts Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz den Magistratsvortrag zur Fortschreibung des Rahmenplans unterschrieben. Das Planwerk soll im Frühjahr von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung als städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen werden und als Grundlage für die weitere Entwicklung des Stadtteils dienen.

„Durch die enge Zusammenarbeit von Frankfurt und Offenbach verbessern wir die wirtschaftliche Entwicklungsfähigkeit beider Städte. Ein wichtiges Ziel ist, einen attraktiven Standort für Dienstleistung und Gewerbe mit Grünelementen und Wegeverbindungen zwischen dem Main und den Wohngebieten in Oberrad und am Offenbacher Grenzgraben zu entwickeln“, erläuterte Planungsdezernent Cunitz.

Durch den Wegfall des Kreisels und der Verlagerung von Fahrbahnen gewinnt Offenbach etwa zwei Hektar wertvolle Gewerbefläche. Während früher eine Mischung aus gewerblicher und Wohnnutzung vorgesehen war, lassen sich nun wegen der Siedlungsbeschränkung unter der Einflugschneise des Flughafens keine neuen Wohnstandorte mehr ausweisen.

Entwicklung der „neuen Mitte“

Der Rahmenplan orientiert sich an der Leitidee einer Entwicklung des neuen Stadtteils entlang der Kaiserleipromenade als „Neue Mitte“ hin zu Berliner Straße und Autobahn. Zwischen Kaiserleipromenade und Strahlenbergerstraße ist eine Blockrandstruktur mit Gebäuden geplant, die sechs bis sieben Geschosse hoch sind. Innerhalb dieser Struktur sind fünf Hochhäuser mit einer Höhe von 75 bis 110 Metern entlang der Strahlenbergerstraße und der Autobahn A661 möglich. Der bisherige Rahmenplan sah diese in der heutigen Kreiselfläche vor.

Auch südlich der Kaiserleipromenade ist auf Frankfurter Gemarkung eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Ein Grünkorridor entlang der Kaiserleipromenade und der Autobahn begleitet das Gewerbegebiet im Norden und Osten. Eine wichtige Wegeverbindung von Oberrad zur S-Bahnstation „Kaiserlei“ führt durch den westlichen Grünzug entlang der Autobahn. Hierfür erfolgt derzeit die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 887 „Kaiserlei-Promenade“. Südlich der Berliner Straße in Offenbach soll sich ein weiteres Gewerbegebiet („Am Grenzgraben“) entwickeln, das zu der vorhandenen Wohnbebauung im Osten über einen Grünzug getrennt wird.

Noch unklar ist, ob die umstrittene Multifunktionshalle mit 13 000 Plätzen tatsächlich kommen wird. Zurzeit werden, so heißt es in Frankfurt, „vertiefte Untersuchungen hinsichtlich der Realisierbarkeit“ durchgeführt.

fel

Quelle: op-online.de

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