Schnee ist weg - Wasser steigt

Frankfurt - Regen und Schneeschmelze haben die Pegel der Bäche und Flüsse in der Nacht zu heute weiter steigen lassen - aber nicht so stark wie befürchtet.

Von Hanau bis Offenbach wurde am Main Vorsorge getroffen. In Offenbach-Rumpenheim und in Mühlheim-Dietesheim wurden die Schutztore geschlossen. Polizei und Feuerwehr sperrten angesichts des steigenden Main-Pegels Parkplätze und Uferstraßen. Die drei im Kreisgebiet gelegenen Mainfähren in Seligenstadt, Mühlheim und Offenbach-Rumpenheim stellten ihren Betrieb ein. Auch die Schifffahrt ruht.

In Mühlheim-Dietesheim brauchte die Feuerwehr am Nachmittag nur zweieinhalb Stunden, um Ober- und Untermaintor mittels mobiler Spundwände dicht zu machen. Mühlheims Stadtbrandinspektor Heribert Hennig erwartet für morgen früh einen Main-Pegel, der an die beiden Tore heran reicht. Der Wasserstand der Rodau ist gestern unterdessen leicht gefallen.

Bilder vom Hochwasser in der Region

Hochwasser-Alarm in der Region

Der Main trat in Hanau fast überall über die Ufer. Wiesen und Wege sind überflutet. Und: Die Pegel steigen weiter. Derweil hat sich die Situation im Main-Kinzig-Kreis etwas entspannt. Das vom Regierungspräsidium Darmstadt für das Wochenende befürchtete Rekordhochwasser blieb zunächst aus. Neue Niederschläge gibt es nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes vorerst nicht mehr. Neuer Frost bremst zudem das Tauwetter und entspannt die Situation.

Am Morgen sanken die Wasserstände in Hessen vielerorts bereits wieder oder blieben konstant. Allerdings wurden auch weiterhin Niederschläge erwartet und der Deutsche Wetterdienst warnte in sechs Kreisen zwischen Korbach, Limburg und Fulda vor Unwettern.

Entwarnung in Südosthessen und Frankfurt. Im Main-Kinzig-Kreis blieben jedoch noch einige Straßen gesperrt. „Wir haben Hochwasser, aber nichts Spektakuläres“, hieß es bei der Polizei in Offenbach. „Wir hatten einen minimalen Zuwachs, der Pegel ist aber unter den kritischen vier Metern“, sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt.

Größere Probleme gab es nicht

Wegen Überflutung waren heute zwar nach wie vor mehrere Kreis- und Landstraßen sowie die Bundesstraße bei Reinheim gesperrt, größere Probleme gab es nach Darstellung der Polizei aber nicht. Einige Parkplätze in Ufernähe konnten nicht genutzt werden. Die Main- Fähren in Mühlheim und Seligenstadt hatten am Samstag den Betrieb eingestellt. Zahlreiche Helfer waren am Wochenende im Einsatz und hatten vorsorglich auch Sandsäcke verteilt.

Fünf Fähren fahren über den Main

Fünf Main-Fähren verkehren in Hessen - darunter drei Autofähren. Eine Linie bringt Fahrzeuge von Seligenstadt nach Karlstein in Franken - und zurück. Die beiden anderen fahren zwischen Offenbach-Rumpenheim und Maintal-Bischofsheim sowie zwischen Maintal-Dörnigheim und Mühlheim hin und her. Damit verbinden sie die Kreise Main-Kinzig und Offenbach.

Fußgänger und Radfahrer kommen mit einer Fähre zwischen Hattersheim-Okriftel und Kelsterbach über den Main - allerdings nicht im Winter. In Frankfurt können Fußgänger und Radfahrer zwischen den Stadtteilen Höchst und Schwanheim eine Fähre über den Fluss nehmen. Alle fünf Linien verkehren innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), haben aber unterschiedliche Betreiber.

„Das Wasser geht teilweise zurück“, sagte ein Sprecher der Polizei in Darmstadt. „Wir haben relativ wenig Probleme.“ Die Bundesstraße 426 bei Reinheim blieb jedoch wegen Überflutung vorerst gesperrt. Auch die Uferstraße bei Hirschhorn ganz im Süden des Landes konnte weiterhin nicht befahren werden. Der Neckar war dort bereits am Freitag über die Ufer getreten. „Er geht jetzt aber auch eher zurück.“
„Der Schnee ist weg“, sagte ein Polizeisprecher in Wiesbaden. Die Pegel von Main, Rhein und Lahn würden voraussichtlich noch steigen. In Gießen sind laut Polizei noch ein paar kleinere Straßen gesperrt. „Wir haben aber noch mal Glück gehabt.“ In Marburg sei zudem ein Parkplatz an der Lahn weiterhin gesperrt. „Es muss nur mal stärker regnen, dann ist der Parkplatz zu.“
Auch in Nordhessen sind noch einige Straßen in der Hand des Wassers. „Die Pegel von Fulda und Eder fallen aber schon wieder“, sagte ein Polizeisprecher. Gleichbleibende Pegel und einige gesperrte Kreis- und Landstraßen meldete auch die Polizei in Osthessen.

dpa/baw

Quelle: op-online.de

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