Hochwasser - es gibt Gewinner und Verlierer

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Der Main bei Hanau ist weit über sein Bett hinaus geschwappt.

Frankfurt - Niemand jubelt, wenn sein Keller unter Wasser steht - aber Naturschützer freuen sich, wenn die Wiesen entlang der Flüsse überflutet werden.

„Aus Naturschutz-Sicht ist Hochwasser zu begrüßen - es bringt Dynamik in die Flussauen“, sagte Mark Harthun vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen der Nachrichtenagentur dpa. Wenn das Wasser wieder fällt, bleiben kleine Tümpel zurück, in denen sich Spezialisten in der Tierwelt besonders wohlfühlen. Neben Gewinnern gibt es aber auch Verlierer.

Das sind die Gewinner

Gewinner sind unter anderem seltene Vogelarten. Uferschwalbe und Eisvogel bauen ihre Nester in Röhren an Uferabbrüchen, die das Hochwasser verursacht. Auch Flussuferläufer und Flussregenpfeifer profitieren von der „Arbeit“ der Fluten, die Kiesbänke umwälzen und damit von Schlamm und anderen Ablagerungen freihalten.

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Beide Arten nisten auf solchen freien Kiesflächen. Die kleinen Tümpel, die das Hochwasser in den Uferbereichen zurücklässt, sind klassische Lebensräume für Amphibien wie den selten gewordenen Laubfrosch. Auch ein kleiner Fisch, die Karausche, fühlt sich im stehenden Wasser wohl.

Das sind die Verlierer

Verlierer könnten die Biber sein, die sich in Osthessen stark ausgebreitet haben und mittlerweile nach Westen vorgedrungen sind. Nachdem 18 Tiere Ende der 1980er Jahre im Main-Kinzig-Kreis ausgesetzt worden waren, leben inzwischen rund 400 Biber im bayerischen und hessischen Spessart.

Die Nager bauen Dämme in kleinen Gewässern und leben in Burgen aus Zweigen im Wasser. Wenn die Burgen komplett überflutet werden, könnten die Tiere ertrinken, sagte Nabu- Experte Harthun. Häufig gebe es aber „Rettungsburgen“, die die Tiere in einiger Entfernung bauen.

dpa

Quelle: op-online.de

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