Land unter am Main - Menschen sind entspannt

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Land unter am Main - Aber die Menschen sind entspannt

Rhein-Main - Seit Tagen steigen die Flüsse in Hessen. Regen und Tauwasser lassen die Fluten anschwellen. Und zunächst ist kein Ende in Sicht: Wegen der Niederschläge ist am Wochenende mit einer neuen Hochwasserwelle zu rechnen. Von Anne-Katrin Einfeldt

Frankfurt - Das schlimmste Main-Hochwasser seit vielen Jahren hat auch am Donnerstag viele Städte und Gemeinden am Main in Atem gehalten und die Feuerwehr in Alarmbereitschaft versetzt. In Hessen schwollen die Wassermassen weiter an, wenngleich nur leicht. Die Fluten umspülten seit dem frühen Donnerstag in Frankfurt die künstlichen Hochwasserbarrieren vor dem Römerberg am zentralen Rathaus.

Fotos von den Wassermassen:

Hochwasser in der Region

Kurz vor 13 Uhr zeigte der Pegel 4,76 Meter an, er war damit innerhalb von drei Stunden nur noch um zwei Zentimeter gestiegen. Und nur wenige Experten können sich einen Reim darauf machen, wie es weitergeht: „Wie es weitergeht, können wir noch nicht abschätzen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Denn in der Nacht zum Donnerstag hatte die Flusshöhe rund drei Stunden lang bei 4,68 Metern verharrt.

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Einige Stunden zuvor am Mittwochabend waren es allerdings noch zehn Zentimeter weniger gewesen. Die Behörden in der Finanzmetropole gehen weiter vom schwersten Hochwasser der vergangenen Jahre aus. 2003 war das Wasser bis zur Marke von 5,19 Metern geschwappt. Die Frankfurter Feuerwehr rechnete in der Finanzmetropole mit Pegelständen von bis zu fünf Metern. Zusätzliche Maßnahmen seien jedoch nicht nötig, die Feuerwehr habe sich „von Anfang an auf fünf Meter“ vorbereitet, sagte Feuerwehr-Chef Reinhard Ries. Den ersten Hochwasser-Scheitel erwartete er für Donnerstagabend. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) dankte an den Dämmen am Eisernen Steg vor allem den Einsatzkräften des Technischen Hilfswerkes (THW) sowie der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr und den ehrenamtlichen Helfern. „Ich habe großes Vertrauen in unsere Feuerwehr“, sagte sie.

1995 waren es mehr als fünf Meter

Seit Jahren habe es keine wesentlichen persönlichen Schäden durch Hochwasser gegeben. Weil auch die in den Main mündende Nidda Hochwasser führte, mussten in Frankfurt drei Buslinien im Stadtteil Nied umgeleitet werden. Mehrere Haltestellen konnten deshalb nicht angefahren werden, sagte eine Sprecherin der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). In Hanau gab es nach Angaben der Polizei am Donnerstag keine großen Veränderungen. Helfer hatten dort am Vorabend die neuralgischen Punkte gesichert. Bei der Stadt hieß es, die Lage sei „weiter angespannt, aber nicht dramatisch“. An der Kinzigmündung stand der Pegel am Donnerstagmorgen bei 4,40 Meter.

Beim Hochwasser 1995 waren es mehr als fünf Meter gewesen. Der Grund: Es fiel in den vergangenen Tagen weniger Regen als vorhergesagt. Nicht nur deshalb herrschte hinter den errichteten Hanauer Dämmen entspannte Stimmung: „Das sind wir hier an der Kinzigmündung gewohnt“, sagte Anwohner Michael Goebler. Und der Hanauer Michael Schwese meinte abgeklärt: „Das ist noch harmlos.“ Die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach vorausgesagte zweite Welle der Niederschläge soll 30 bis 40 Millimeter Regen pro Quadratmeter für einige Regionen bringen, unter anderem für den Rand des Westerwaldes und den Odenwald.

Schneeschmelze und Niederschläge

Bereits in der Nacht zum Donnerstag habe der starke Regen das Wasser steigen lassen, sagte Klaus Göbel, Leiter des Dezernats Hydrologie und Hochwasserschutz beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) in Wiesbaden. Daher gebe es eine zweiten Hochwasserwelle an der oberen Lahn, an der Kinzig und den oberen Odenwaldgewässern. Zur Lage am Main sagte Göbel: „Wenn die erste Hochwasserwelle noch nicht ganz verklungen ist, kommt aber schon die zweite hohe Welle aus Bayern.“

Wegen der Schneeschmelze und den Niederschlägen steige in den bayerischen Zuflüssen des Main das Wasser schon wieder. Zum Wochenende werde der Pegelstand am Main sich daher wieder erhöhen. Dann sei die zweite Hochwasserwelle da.

dpa

Quelle: op-online.de

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