Ab ins Parkhaus

Mit höheren Gebühren Autofahrer erziehen

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Das Kurzzeitparken in der Frankfurter Innenstadt wird im nächsten Jahr vermutlich deutlich teurer.

Frankfurt/Offenbach - Mit höheren Parkgebühren auf Straßen und Plätzen wollen Kommunen die Autofahrer in die Parkhäuser locken und die Innenstädte entlasten. Willkommene Begleiterscheinung: zusätzliches Geld für die Stadtkasse.

In Frankfurt sollen die Gebühren für das Parken am Straßenrand und auf Plätzen ab dem 1. Januar um 50 Prozent erhöht werden. Das hat der Magistrat beschlossen. Andere Städte in Hessen haben das vorgemacht und die Parkgebühren in den vergangenen Jahren angehoben.

„Wenn ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, dann fahre ich lieber gleich ins Parkhaus, statt eine Viertelstunde lang einen Parkplatz zu suchen und dann Hunderte Meter weit zu laufen“, sagt Heiko Kleinsteuber, Mitarbeiter des Frankfurter Verkehrsdezernenten Stefan Majer (Grüne). Die Autofahrer in der Mainmetropole sollen es ihm ab dem 1. Januar gleich tun und ebenfalls ins Parkhaus fahren - zumindest, wenn es nach dem Magistrat geht. Anfang Dezember muss die Stadtverordnetenversammlung noch abstimmen.

Wie lange dauert Kurzzeitparken wirklich?

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„Wir haben in der Innenstadt rund 3 500 normale Parkplätze, in Parkhäusern aber etwa 10 .400“, erklärt Kleinsteuber. Deshalb habe sich die Stadtverwaltung gefragt: Wie lange dauert Kurzzeitparken wirklich? „Wer nur kurz eine Zeitung kauft, braucht maximal zwanzig Minuten“, sagt der Verkehrsexperte. Aus diesem Grund sollen die „Gebührenzeitintervalle“ von 30 auf 20 Minuten verkürzt werden. Für alle, die einen längeren Einkauf planten, sei das Parkhaus die günstigere Alternative. Auch außerhalb von Innenstadt und Bahnhofsviertel steigen die Parkgebühren um 50 Prozent. Laut Kleinsteuber hat die Erhöhung vor allem die Verkehrslenkung als Ziel - die erwarteten Mehreinnahmen von rund 2,5 Millionen Euro seien ein „netter Nebeneffekt“. „Die Erhöhung ist die erste seit 1994, das müssen sich die Leute in Erinnerung rufen“, sagt Kleinsteuber.

Andere Städte im Rhein-Main-Gebiet haben die Gebühren längst angepasst oder die Zügel in Sachen Parkraumbewirtschaftung angezogen. In Offenbach gab es im Februar dieses Jahres heftige Diskussionen über einen Beschluss des Magistrats, die Gebührenpflicht auf den öffentlichen Parkplätzen in der Innenstadt auszuweiten. Wer etwa am bis dato kostenlosen Parkdeck an der Bahnhofstraße seinen Wagen abstellt, muss nun montags bis samstags bis 21 Uhr einen Parkschein ziehen. Der Mainuferparkplatz ist nun das letzte Refugium für kostenloses Parken in der Stadt - noch.

Die Gebühren in der Offenbacher Innenstadt liegen bei 80 Cent für die erste halbe Stunde und 1 Euro für 40 Minuten. In Darmstadt zahlen Autofahrer seit Januar 60 Cent pro Stunde mehr. „Die Erhöhung war die erste seit 1982. Eine halbe Stunde kostet jetzt 80 Cent, damit liegen wir immer noch im unteren Bereich“, sagt Stadtsprecherin Sigrid Dreiseitel. „Viele öffentliche Parkplätze sind noch gebührenfrei.“ Nach und nach sollen diese aber zu Kurzzeitparkplätzen umgebaut werden. Durch die Gebührenerhöhung erwarte die Stadt in diesem Jahr Mehreinnahmen von rund 650. 000 Euro.

Wiesbaden hat die Parkgebühren bereits 2012 angehoben“, sagt Pressesprecherin Heide Kretschmer. Dabei seien die Parkzeiten verkürzt worden, so dass Autofahrer im Zentrum für 50 Cent nur noch 15 statt 20 Minuten parken könnten. „Nach zehn Jahren haben wir uns damit an die reale Wertsteigerung der Parkflächen angepasst“, sagt sie. 2012 habe die Stadt so 123.000 Euro mehr in ihre Kasse bekommen.

dpa/re

Quelle: op-online.de

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