Homer Simpson wäre auf dem Rossmarkt glücklich

Frankfurt - Nein, Comic-Held Homer Simpson wurde bisher noch nicht auf dem Frankfurter Rossmarkt gesichtet. Aber es ist nicht auszuschließen, dass die gelbe Kult-Figur aus „Die Simpsons“ dort bis Sonntag vielleicht doch noch einmal vorbeischaut: Bei der Frankfurter „Bierbörse“. +++ Video +++ Von Jens Dörr

Bei der Frankfurter „Bierbörse“, die gestern nur einen Steinwurf von der Hauptwache entfernt begann, fände Homer Simpson nämlich nicht nur Hopfen-und-Malz-Produkte aus aller Welt - auch sein geliebtes Duff-Bier wird dort feilgeboten.

Das Duff-Bier kannten die Millionen Fans der Simpsons nur aus der Zeichentrickserie“, erklärt Paul Lindenberg, „nicht Udo“, wie er sich mit einem Augenzwinkern vorstellt. Viele Fans hätten jedoch gedacht, es handele sich bei Duff um ein amerikanisches Bier, das in den Vereinigten Staaten auch gekauft werden kann. „Das war bis vor kurzem aber ein reines Zeichentrick-Bier, ein Fantasie-Produkt der Simpsons-Macher“, sagt Lindenberg. Bisher: Denn vor einiger Zeit kam eine Firma aus Thüringen auf die schlaue Idee, Bier unter dem Original-Namen und in der Original-Flasche zu vertreiben, auch wenn Homer Simpson meist aus Dosen trinkt. „Die Firma war schon im Vorfeld ausverkauft, so viele Vorbestellungen gab es“, weiß Lindenberg.

Das Duff-Bier ist indes nur eine der vielen Brau-Spezialitäten, die der 76-Jährige Lindenberg, der in seinem Wagen munter wie ein 50-Jähriger agiert, für sein Unternehmen „Haus der 131 Biere“ aus Hamburg feilbietet. Wobei die Zahl 131 eine Untertreibung darstellt und aus der Anfangszeit stammt. Allein in seinem Wagen hat Lindenberg 240 Sorten Bier aus aller Welt im Angebot. Das Hamburger Unternehmen vertreibt mittlerweile sogar 600 Biere aus aller Welt. Darunter findet sich auch allerhand Exotisches: Chili-Bier etwa, in dem am Flaschenboden eine Pfefferschote schwimmt, oder auch Schokoladen-Bier.

Mango- oder Kokos-Bier

Fruchtiger geht es einige Meter weiter in Richtung Goetheplatz zu: Dort verkaufen Wencke Niklas und Steffi Roos Mango- und Kokos-Bier. „Das ist echtes afrikanisches Bier, das dort auch gebraut wird“, verspricht Roos. Stilecht in Schalen, die Kokosnüssen gleichen, werden die Getränke an diesem Stand ausgeschenkt.

Viel Zeit für die Besucher hatten beide am gestrigen Nachmittag noch, als sich nur wenige Menschen zwischen den insgesamt 39 Ständen verloren. „Das hat natürlich auch mit der Hitze zu tun, die optimale Temperatur für die Bierbörse liegt wohl eher bei 22 Grad“, sagt derweil Bernd Noll. Er muss es wissen, richtet er doch für eine Agentur die Bierbörse im süddeutschen Raum aus. Andernorts findet sie - organisiert durch Partner - ebenfalls statt. In Leverkusen war sie schon zum 25. Mal. „Dort gibt es 120 Stände, das ist die größte der Börsen in Deutschland“, erzählt Noll. In Frankfurt sei man nun zum vierten Mal zu Gast, sei früher auch auf der Zeil gewesen. „Der Rossmarkt ist als Veranstaltungsort aber besser, hier ist es gemütlicher.“ Abends setze man neben der Bier-Vielfalt auf Live-Musik, um Gäste zu locken. Etwa 10000 oder 15000 seien es laut Noll im Jahr 2008 in Frankfurt gewesen, genau könne man das nicht sagen. Die Idee sei in jedem Fall, „die Vielfalt der Biere zu präsentieren“.

Nichtsdestotrotz müssten natürlich die Umsätze an den Ständen stimmen, damit die Aussteller wieder kämen. Beinahe ausschließlich wird an den Ständen verkauft, über die Geschichte oder die Herstellung der Biere erfährt man zwar aus den Erzählungen der Händler, beides wird aber nicht durch Ausstellungsstücke oder ähnliches veranschaulicht. „In Mainz hatten wir mal ein Schaubrauen, dafür müssen Sie aber erstmal einen finden, der das macht und einen Braumeister zur Verfügung stellt“, sagt Noll.

Als mittelmäßig guten Standort, was den Umsatz betrifft, beschreibt René Henck aus Thüringen die Bierbörse in der Innenstadt, die heute und am Sonntag bis um 23 Uhr, am Samstag bis um 24 Uhr geöffnet hat. Henck verweist vor allem auf das Weltenburger Kloster-Bier: „Das brauen noch ausschließlich echte Mönche.“ Dass die sich aufs Brauhandwerk verstehen, beweist der Gold-Platz beim „World Beer Cup 2008“ in San Diego. Homer Simpson würde sich jedenfalls sicher ein Schlückchen vom süffigen Gebräu aus Regensburg genehmigen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Dörr

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare