Horrortrip oder Liebesglück?

Im zweiten Anlauf sind Ronny und Jasmin endlich glücklich in ihren gemeinsamen vier Wänden.

Seine dreckigen Socken unterm Sofa, ihre Haare im Abfluss und genervte Nachbarn vor der Tür. Willkommen in der ersten gemeinsamen Wohnung! Viele junge Paare haben den Traum, in den eigenen vier Wänden ein selbstständiges Leben zu führen. Endlich kann man sich so einrichten, wie es gefällt. Regeln aufstellen, oder auch nicht. Einfach tun und lassen, was man will.

Ohne Stress durch Eltern kann man das gemeinsame Liebesglück ungehindert genießen. Ob das der Realität entspricht, berichten drei junge Paare, die sich zu diesem Schritt entschlossen haben.

Die Erzieher Jana und David aus Frankfurt sind gerade in einem bekannten schwedischen Möbelhaus auf der Suche nach einem Wickeltisch. Die beiden sind schon lange ein Paar. Früher wohnte sie alleine, bisder 25-Jährige in Janas Wohnung zog. Als die 23-Jährige schwanger wurde, entschieden sie sich für eine gemeinsame Wohnung. „Für eine Familie war es viel zu eng.“, erklärt David und streicht seiner Freundin sanft über den runden Bauch. Nun teilt sich das Paar eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 105 Quadratmetern, die sie gelb und blau gestrichen haben. Die Finanzierung teilen sie sich. Wichtige Entscheidungen werden zusammen getroffen, und auch die häusliche Arbeit machen die beiden gemeinsam. David ist sich nicht zu schade, seiner Angebeteten zur Hand zu gehen, den Putzlappen zu schwingen oder als Koch in der Küche zu stehen. Mit ihrer Beziehung sind sie sehr zufrieden, auch wenn Jana der Meinung ist, „David könnte sich morgens im Bad etwas mehr beeilen.“

Doch auch der Streit um den Abwasch kann eine Beziehung auf die Probe stellen. So wie bei den Studenten Maike und David. Eigentlich teilt sich das Paar die Hausarbeit, wobei die 22-Jährige hinzufügt: „David macht es sich manchmal lieber auf dem Sofa vor dem Fernseher bequem, als mir zu helfen. Ein Putzplan ist notwendig, weil er sich sonst gerne vor dem Abwasch drückt.“

Bereits seit einem Jahr wohnen die Studenten zusammen. Nun ziehen sie bald nach Fulda. Bei der Einrichtung für die neue Bleibe waren sie sich schnell einig. „Wir wollen die Wohnung noch mit Fotos von Freunden und Familie dekorieren“, sagt Maike. In ihren 60 Quadratmetern können sie sich endlich frei entfalten. Es fehlen nur noch Stühle und ein Teppich. Ein Großteil der Einrichtung besteht aus Möbelstücken von ihren Eltern und Maikes früherer Wohnung. Sie leben nun seit über einem Jahr zusammen.

Mit der Freundin zusammen zu leben, gefällt David gut. Er hatte genug vom Junggesellendasein in seiner Wohngemeinschaft. Zusammengezogen sind sie, nachdem Maike von einem Auslandsaufenthalt zurück kam. Das war der perfekte Zeitpunkt. Finanziert wird das neue Heim aus verschiedenen Quellen: Eltern, Bafög und Erspartes bieten eine solide Grundlage. Die Einweihungsparty ist geplant. Sie wollen auch ihre neue 72-jährige Nachbarin aus Kasachstan einladen.

Vollkommene Harmonie herrscht bei Ronny und Jasmin. Erst seit ein paar Monaten wohnen die 20-Jährigen wieder zusammen. Doch das war nicht immer so. Nachdem sie in ihrer alten Wohnung in Lämmerspiel Schimmel in den Wänden feststellten und die damit verbundenen Probleme mit ihrem Vermieter kein Ende fanden, mussten sie ausziehen. Jasmin ging mit ihren drei Katzen zu ihrer Mutter. Ronny kam bei Freunden unter.

Mit etwas Glück und einem Makler fanden sie nur ein paar Ecken weiter eine neue Bleibe. „Jetzt haben wir endlich unsere Ruhe“. Die beiden lachen. „Und die Katzen können hier auch mal ins Freie.“

Die Miete teilen sie sich. Jasmin arbeitet als Nagel-Designerin. Ronny verdient als DJ sein Geld. „Nahrung, Katzenfutter und -streu kosten am meisten.“ Die Wohnung ist fast vollständig eingerichtet. Nur ein Platz zum Fernsehen fehlt. „Wir sparen zurzeit für eine Couch“, sagt Jasmin. Dazu meint Ronny: „Ein Flachbildschirm ist doch viel nötiger.“ Er lacht. Und es gibt doch ein Sofa. Das Pärchen ist sehr zufrieden mit seinem Zusammenleben. „Wir verstehen uns besser denn je“, versichert David. Seine Freundin nickt.

JESSICA WILL

BIANKA REHN

Quelle: op-online.de

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