Hot Rods – die PS-Monster unter den Oldtimern

+
Hot Rods gelten auch heute noch als Kult und haben eine große Fangemeinschaft.

Seit den 30er Jahren verwandeln amerikanische Autofans schrottreife Rostlauben in kraftstrotzende Rennmonster. Lesen Sie hier die Geschichte der sogenannten Hot Rods und was die Faszination der getunten Modelle ausmacht.

Der englische Begriff Hot Rod bezeichnet aufgemotzte Oldtimer. Wörtlich bedeutet der Ausdruck „Heiße Pleuel“. Der Name ist Programm: Die Autos bringen es auf bis zu 700 PS.

Die Anfänge der Hot Rods

Die Geburtsstätte der vermutlich heißesten Autokultur der Welt liegt in Amerika. Vor rund 80 Jahren stapelten sich hier auf den Schrottplätzen ausgemusterte Ford T-Modelle. Jugendliche kauften sie für wenig Geld und reparierten die alten Autos, um sie wieder fahrtauglich zu machen. Schnell wurde ihnen das zu langweilig. Also schraubten Sie so lange an dem Altmetall herum, bis echte PS-Monster aus den Schrottkarren entstanden.

Als erstes entfernten die Autofans alle Bauteile, die nicht unbedingt gebraucht wurden. Gewicht kostet Leistung. Also mussten Motorhauben, Kotflügel und Windschutzscheiben weichen. Zurück blieb ein nackte Fahrgestell, in das meist nur noch ein Fahrersitz passte. Mit Mehrfachvergasern, hochverdichtenden Zylinderköpfen oder radikalen Nockenwellen heizten sie dem Ford-Triebwerk ein.

Die eingefleischten Motorschrauber trafen sich mit ihren Hot Rods zu illegalen Autorennen. Auf Jagd nach neuen Geschwindigkeitsrekorden heizten sie durch die Wüste oder sie duellierten sich auf einsamen Landstraßen – Mann gegen Mann, Maschine gegen Maschine, immer mit maximaler Geschwindigkeit geradeaus. Das lockte immer mehr Schaulustige und Fans zu den Rennen.

Von 60 PS auf 700 PS in Rekordgeschwindigkeit

Schon Mitte der 30er-Jahre erkannten Firmen den Trend und spezialisierten sich darauf, aus dem Ford-T echte PS-Flitzer zu bauen. Innerhalb kürzester Zeit holten sie aus dem ehemals 20 PS starken Motor locker 60 PS heraus. Das reichte, um die Autos auf rund 160 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen – für damalige Verhältnisse eine sagenhafte Geschwindigkeit.

Allmählich ging man dazu über, auch andere Modelle zu tunen. Der Ford B mit seinem serienmäßigen Achtzylinder-Motor brachte die Hot Rods in eine neue Liga. Die Kombination aus leichter Karosserie und leistungsstarken Motor entlockte dem Triebwerk bis zu 700 Pferdestärken. Die Hot Rods fuhren damit unglaublichen 320 Kilometenr pro Stunde.

Zweiter Weltkrieg löste Hot Rod-Boom aus

Den Durchbruch der Hot Rods brachte letztlich der Zweite Weltkrieg: Viele Soldaten nahmen statt eines Fotos ihrer Frau ein Bild ihres motorisierten Schatzes mit an die Front. Sie prahlten mit ihren Modellen und rührten kräftig die Werbetrommel für die Hot Rods. Nach dem Krieg war ein richtiger Hype um die Hot Rods ausgebrochen.

Mitte der fünfziger Jahre hatte das Hot Rod-Fieber die USA voll erfasst. Die Rennen wurden zum Massenphänomen. Man stellte ein umfangreiches Regelwerk auf, um die Straßenduelle sicherer zu machen. Die Rennen fanden nicht mehr auf verlassenen Straße statt. Stattdessen wurden ausgediente Landebahnen zweckentfremdet. Man ließ sogar eigene Rennstrecken für das neue Massenphänomen errichten.

Hot Rods sind bis heute begehrt

Das Faszination rund um die Hot Rods hält bis heute an. Die Modelle sind gefragt auf dem Automarkt und gelten als wahre Schmuckstücke auf Oldtimer-Messen. Es gibt zahlreiche Stilrichtungen wie Custom, Dragster oder Muscle Cars. Zwischen all diesen Tuning-Ausführungen sind die Übergänge fließend. Jedes Modell ist trotzdem einzigartig und lässt sich in keine Schublade pressen – damals wie heute.

Kommentare