Kein Hund ohne Test

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Ob der Halter dieses Vierbeiners wohl den Hundeführerschein schaffen würde?

Wiesbaden - Geht es nach der SPD-Fraktion im Landtag, wird Hessen schon bald ein neues, modernes Hundegesetz bekommen. Tierfreunde, die sich erstmals einen Hund anschaffen wollen, sollen künftig ihre theoretische und praktische Sachkunde nachweisen müssen. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Wer belegen kann, dass er mindestens zwei Jahre einen Hund gehalten hat, muss dies nicht. Die SPD hat sich in ihrem Entwurf an das niedersächsische Gesetz angelehnt, das im Juli in Kraft getreten ist.

Es soll die Gefahrenabwehr-Verordnung mit der Rasseliste gefährlicher Hunde weiterentwickeln, so die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Judith Pauly Bender. „Wir wollen Aspekte der öffentlichen Sicherheit, der Halterverantwortung und des Tierschutzes vereinen.“ Pauly-Bender sagte, sie hoffe, dass es keinen großen politischen Streit darum gibt. Auch im Innenministerium werde über eine Änderung der Verordnung nachgedacht. In Niedersachsen hatten CDU, SPD, FDP und Grüne das Gesetz gemeinsam beschlossen.

Die Rasseliste, auf der in Hessen zur Zeit neun Rassen stünden, habe sich auch nach Ansicht von Experten als wenig wirkungsvoll erwiesen. Der Gesetzentwurf definiert gefährliche Hunde daher nicht nach der Rasse, sondern nach dem individuellen Verhalten eines Hundes. Es gebe wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, dass ein Fehlverhalten des Hundes in der Regel Folge fehlerhafter Haltung des Tieres sei.

Chip- und Registrierpflicht

Der Entwurf setze vor allem auf Prävention, sagte Pauly-Bender. Sie habe mit vielen Verbänden und Vereinen gesprochen, die sich mit Hunden beschäftigten. Für die Sachkundeprüfung müsse niemand teure Dienstleister in Anspruch nehmen, auch Hundevereine könnten solche Prüfungen für vergleichsweise geringe Beträge abnehmen.

Vorgesehen ist ferner eine Chip- und Registrierpflicht, die dem Halter helfe, wenn der Hund abhanden komme; aber auch den Behörden, die sich um Fundhunde kümmern müssten. Pauly-Bender sprach sich auch für eine allgemeine Haftpflichtversicherung für Hundehalter aus. Die jährlichen Kosten lägen zwischen 35 und 100 Euro. Für als gefährlich aufgefallene Hunde soll es nur noch eine Haltererlaubnis geben, wenn die Sozialverträglichkeit des Tieres und die Eignung des Halters nachgewiesen würden.

Laut Pauly-Bender gibt es in Hessen rund 500.000 Hunde. „Wir wollen eine gute Regelung schaffen für ein Alltagsthema, das viele Menschen betrifft.“ Im Jahre 2003 wurde in Hessen eine Hundeverordnung erlassen, um vor allem die Haltung gefährlicher Hunde zu regeln. Auf der Rasseliste gefährlicher Hunde stehen zurzeit Pitbull-Terrier oder American Pitbull Terrier, American Staffordshire-Terrier oder Staffordshire Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier, American Bulldog, Dogo Argentino, Kangal (Karabash), Kaukasischer Owtscharka und Rottweiler. Für gefährliche Hunde sind zur Zeit neben Halterqualifikationen auch ein Wesenstest der Tiere und eine Haftpflichtversicherung erforderlich.

Quelle: op-online.de

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