Hundepension Flughafen

Ferien für den Hund

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Mit einem Pflegehund spielt Wilfried Gloss in der Tierpension am Flughafen in Frankfurt. In der Einrichtung können mehrere Dutzend Tiere gleichzeitig betreut werden.

Frankfurt - Der Urlaub ist gebucht - aber wohin mit dem Hund? Die Hundepension am Frankfurter Flughafen bietet eine Lösung.

Als Wilfried Kloss (45) zu Toni in den Zwinger kommt, flippt der aus. Toni ist so begeistert, dass er in die Leine beißt und sie nicht mehr loslässt. Kloss, Leiter der Hundepension am Frankfurter Flughafen, lacht darüber nur und versucht, den blonden Mischlingsrüden anzuleinen. Toni weiß, was es bedeutet, wenn Kloss kommt: Es geht raus in den Auslauf. Er ist einer von 28 bellenden Gästen der Hundepension an der Zufahrtsstraße zur Cargo City Süd - hier herrscht in den Sommerferien Hochbetrieb.

Die Hunde kommen in den Ferien in Wellen, aber in der Regel ist im Sommer alles voll", erklärt Kloss, der die Pension seit vielen Jahren leitet. Dreißig 24 Quadratmeter große Holzzwinger und 13 Auslaufgehege, die zwischen 100 bis 300 Quadratmeter groß sind, gibt es für die Vierbeiner. Hundebesitzer zahlen für die Vollpension 14,50 Euro pro Tag - im Winter zwei Euro mehr für die Heizung. Mitten in den Sommerferien sind fast alle Zwinger besetzt mit Urlaubshunden, die meist mehrere Wochen am Flughafen unterkommen.

Die Pension des Flughafenbetreibers Fraport nimmt fast alle Hunde auf - große und kleine, junge und alte, freundliche und weniger freundliche. Zu den erfahrenen Pensionsgästen gehört die zwölfjährige Diina, eine Neufundländerhündin. "Diina ist Stammgast bei uns", sagt Kloss. Sie liegt matt hinter dem Zwingergitter - und sie ist an den Zwinger gewöhnt. "Aber nicht jeder Hund passt hier her", sagt Kloss: "Wir hatten mal eine Dalmatiner, der wollte den ganzen Tag nur rennen, das ging hier natürlich nicht".

Die Notfall-Handynummer, die jeder Besitzer hinterlegt, musste Kloss erst einmal anrufen. Bei einem Pinscher, der nichts mehr fressen wollte, musste Kloss Bekannte der Hundebesitzer bitten, das Tier abzuholen. Die Notfall-Nummer steht neben dem Name des Hundes auf dem "Stammblatt", das an jedem Zwinger hängt und über den Hund und seine Besonderheiten informiert.

Stammgäste gibt es auch

Nicht nur Urlaubshunde sind in der Pension, sondern auch Tagesgäste, die Flughafenmitarbeitern gehören. Jack, Tally, Avery, Fredy und Snoopy haben ein Herrchen oder Frauchen, das tagsüber auf dem Flughafen arbeitet. Auch Sprengstoff-Spürhunde der Polizeihundestaffel leben in Zwingern auf dem Gelände - allerdings etwas abgeschottet von den anderen Hunden.

Die Urlaubsgäste bleiben in der Regel allein im Zwinger; allerdings gibt es Ausnahmen: "Wir bilden Zweierteams, wenn Hunde aufhören zu fressen, da hilft ein zweiter Hund oft", erklärt Kloss. Fressvorlieben der Hunde würden mit den Besitzern besprochen. "In der Regel bekommen die Tiere einmal am Tag Trockenfutter, allerdings gibt es auch Hunde, die zweimal gefüttert werden müssen."

Wilfried Kloss hat auch privat immer Hunde um sich. Auf die vier Vierbeiner zu Hause passt tagsüber seine Frau auf. Die gelernte Tierarzthelferin habe ihm, dem gelernten Gärtner, die Hundeliebe erst nähergebracht. "Hier in der Pension kann ich beides verbinden."

dpa

Quelle: op-online.de

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