Golf II, Mercedes-Benz 190, Audi 80 quattro

Alte Schätzchen auf der IAA

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Frankfurt - Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) werden auch potenzielle Oldtimer gezeigt. Eine Sonderschau bietet die Stars von 1983. Von Marc Kuhn

Bei der IAA in Frankfurt locken die Hersteller mit dem Neuesten vom Neuen. Moderne Technologien beispielsweise für Elektroautos und Hybrid-Fahrzeuge stehen im Mittelpunkt. Glänzende Luxuskarossen und PS-strotzende Flitzer ziehen Besucher an. Manch einer informiert sich auch für den Kauf des nächsten Fahrzeugs. In Halle 3.1 können die Messebesucher auch mal einen Blick in die Vergangenheit werfen. Gezeigt wird dort auf einer Fläche von rund 1 000 Quadratmetern eine Sonderschau, deren Schwerpunkt auf Wagen liegt, die auf der IAA 1983 ihre Premiere feierten. 30 Jahre später gelten sie bei ihren Fans als potenzielle Oldtimer. Die Schau mit dem Titel „Die Stars von 1983“ soll das Interesse für die älteren Fahrzeuge wecken, wie Rolf Moll vom ADAC Hessen/Thüringen sagt.

Ihre Formen sind meist kantiger, die Ausmaße kleiner, die Innenausstattung weniger komfortabel und die Technologie der Autos weitaus einfacher als die heutiger Fahrzeuge. Dennoch erinnern sich manche Besucher gerne an die alten Schätzchen. Zum Beispiel an den BMW 524 td. In den 70er-Jahren schreckte die Ölkrise die Ingenieure auf. Sie setzen auf Dieselmotoren mit niedrigem Verbrauch. Entwickelt wurde der für damalige Zeiten schadstoffarme BMW Turbodiesel. Er ging 1983 in Serie. Von den gut 74.600 gebauten Exemplaren waren Anfang des Jahres noch mehr als 320 auf deutschen Straßen. Kostete das Auto damals über 32.700 Mark, so ist es heute noch 3200 Euro wert.

Als ein Klassiker kommt der VW Golf II daher. Gezeigt wird auf der IAA das exakt erste Modell, das 1983 in Wolfsburg vom Band lief. Größer war es als der Vorgänger und bot mehr Komfort. Von der zweiten Generation des Golf wurden bis 1992 mehr als 6,3 Millionen Autos gebaut. Fast 126.400 sind noch in Deutschland unterwegs. Vom Mercedes-Benz 190 gibt es noch fast 3600 Fahrzeuge. Es war der erste Mercedes der Mittelklasse und Vorläufer der C-Klasse. Audi stellte auf der IAA 1983 den 80 quattro mit 136 PS vor. Damals kostete er 31 850 Mark, heute ist der Wagen noch 7500 Euro wert. Es stehen auch ausgefallene Hingucker unter den Ausstellungsstücken wie das Cabrio Fiat Ritmo Bertone S85. Das Design sorgte für Debatten.

IAA in Frankfurt: Die besten Bilder

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Die gezeigten Fahrzeuge haben eines gemeinsam: Nach 30 Jahren können sie in den Status des Oldtimers erhoben werden. Ihren Besitzern stehen günstigere Versicherungen und Steuerklassen zu. Für die Erlangung des H-Kennzeichens hat der Gesetzgeber Kriterien für den Zustand des Fahrzeugs erlassen, die nachgewiesen werden müssen. So bleibt fraglich, ob der BMW, Mercedes, Audi und Fiat sowie die ebenfalls ausgestellten Porsche und Opel den Oldtimer-Status erlangen können. Geschafft hat es sicherlich ein Opel Kapitän aus dem Jahr 1963, den Besucher sich auch anschauen können. Das behäbige Fahrzeuge schaffte es mit 90 PS immerhin auf 150 Stundenkilometer. Mehr als 10.670 Mark kostete das Flaggschiff der Rüsselsheimer, das mit Admiral und Diplomat damals die Oberklasse-Modelle von Opel bildete. Eine Investition, die sich gelohnt hätte. Heute müssen für den Kapitän rund 17.000 Euro auf den Tisch gelegt werden. Auf den Aufstieg in den Oldtimer-Olymp muss der Opel Calibra Ecotec V6 von 1993 noch warten. Vielleicht rechnet sich die Geldanlage in zehn Jahren. Das Sportcoupé kostete einst fast 50.000 Mark. heute ist es nur etwa 6 300 Euro wert.

Quelle: op-online.de

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