Streik auf Ikea-Parkplatz sorgt für Aufsehen

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IKEA-Mitarbeiter huete in Wallau während eines Streiks. "Gute Umsätze, satte Gewinne im Einzelhandel. Jetzt sind wir dran!" titelt das Tranzparent. Verdi hatte zu dem ganztägigen Streik aufgerufen, um im laufenden Tarifkonflikt mit dem hessischen Einzelhandel Druck auf die Arbeitgeber zu auszuüben.

Frankfurt/Hofheim - In der Ikea-Filiale in Hofheim bei Frankfurt hat ein Streik heute die Aufmerksamkeit vieler Kunden auf sich gezogen. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu dem ganztägigen Ausstand neben der Deutschland-Zentrale des Möbelgiganten aufgerufen, um gegen Leiharbeit zu protestieren.

Ikea wies die Vorwürfe zurück und teilte mit, der Streik habe die Filiale nicht beeinträchtigt. Verdi sprach von Behinderungen in der Logistik.

Hintergrund des Arbeitskampfes bei dem Einrichtungsriesen sind die Anfang März begonnenen und seither festgefahrenen Tarifverhandlungen für die 156.000 Mitarbeiter im hessischen Einzelhandel. Die Arbeitnehmer fordern 6 Prozent mehr Geld und neue Regeln für die Leiharbeit. Nach Darstellung von Verdi missbraucht Ikea die Leiharbeit auf Kosten regulärer Jobs und steht stellvertretend für die „Geiz-ist-geil-Mentalität“ der Arbeitgeber.

IKEA-Mitarbeiter hielten heute in Wallau während eines Streiks ein Transparent mit der Aufschrift "Gute Umsätze, satte Gewinne im Einzelhandel. Jetzt sind wir dran!" in den Händen. Foto: dpa

Der Gewerkschaft zufolge arbeiten in der Filiale in Hofheim-Wallau seit Jahren mehr als 40 Leiharbeiter. Sie erhielten bis zu 5 Euro pro Stunde weniger als langjährige Festangestellte. 320 Mitarbeiter gebe es insgesamt - was einen Leiharbeiterschnitt von 13 Prozent ergibt. Eine Ikea-Sprecherin wies die Kritik zurück. Leiharbeiter würden nur eingesetzt, um etwa in den Randzeiten flexibel reagieren zu können. Die Sprecherin sagte: „Leiharbeiter leisten bei uns acht Prozent der Gesamtarbeitsstunden.“ Von einem Missbrauch könne keine Rede sein.

Am Vormittag demonstrierten einige Dutzend Streikende vor dem Möbelhaus. Sie drückten Kunden Flugblätter in die Hand. Ihrem Unmut machten sie auch mit Ansagen über ein Megafon Luft. An den Kassen habe der Streik zwar keine Auswirkungen gehabt, aber Berater hätten in den Gängen gefehlt, sagte Gewerkschaftssekretär Klaus Grawunder am Mittag. „Und in der Logistik gab es einige Verzögerungen. Die Lkw zum Beispiel haben länger für das Be- und Entladen gebraucht.“ Nach dpa-Informationen wird es noch in dieser Woche weitere punktuelle Streiks im hessischen Einzelhandel geben. Die nächsten Gespräche zwischen den Tarifparteien sind für den 13. Mai geplant.

Ikea wurde 1943 von Ingvar Kamprad gegründet. Der Schwede wurde vor kurzem 85 Jahre alt und gilt als einer der reichsten Menschen der Welt - ihm wird nachgesagt, ein Geizkragen zu sein. Der Ikea-Konzern wird inzwischen über eine Stiftung in den Niederlanden gesteuert, das Geflecht des globalen Möbelgiganten ist wenig transparent, etliche Filialen laufen über ein Franchise-System. Der Konzern setzte im Geschäftsjahr 2010 rund 23 Milliarden Euro um. Mit knapp 50 von weltweit gut 300 Ikea-Häusern generierte Deutschland den größten Teil der Erlöse (etwa 15 Prozent, 3,48 Milliarden Euro).

dpa

Quelle: op-online.de

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