Ikea plant viertes Haus in Region

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Ikea plant „südlich von Frankfurt“ ein viertes Möbelhaus, Segmüller will in Bad Vilbel einen neuen Markt bauen.

Offenbach ‐ Die Möbelgiganten bleiben im Rhein-Main-Gebiet auf Expansionskurs. Ikea plant „südlich von Frankfurt“ ein viertes Möbelhaus, Segmüller will in Bad Vilbel einen neuen Markt bauen. Von Achim Lederle

Der hessische Einzelhandelsverband sieht die Entwicklung skeptisch und befürchtet weitere Einbrüche der Handelsumsätze in den Innenstädten. Wie der schwedische Möbelanbieter Ikea gestern gegenüber unserer Zeitung bestätigte, sucht das Unternehmen nach einem Standort südlich von Frankfurt. „Zur Abrundung unserer Präsenz im Rhein-Main-Gebiet steht ein vierter Standort im Süden nach den drei Standorten Wallau, Nieder-Eschbach und Hanau im Norden beziehungsweise Osten in den nächsten vier bis fünf Jahren auf unserer Liste“, sagte Ikea-Sprecherin Simone Settergren.

Konkreter sind die Pläne beim Möbelhaus Segmüller aus Friedberg bei Augsburg, das nach seinem Markt in Weiterstadt ein mit bis zu 45000 Quadratmetern noch größeres Haus in Bad Vilbel plant. Segmüller will dort angeblich einen dreistelligen Millionenbetrag investieren und bis zu 600 Arbeitsplätze schaffen.

Konkurrenz in Randsortimenten

Gegen die Segmüller-Pläne regt sich bereits heftiger Widerstand des Einzelhandelsverbandes in Hessen. Und auch die neuen Ikea-Pläne werden dort mit Argusaugen beobachtet: „Wir haben grundsätzliche Bedenken gegen Flächenerweiterungen der Möbelriesen. Wenn sie im bisherigen Tempo weiter expandieren, befürchte ich einen Super-GAU für mittelständische Unternehmen“, sagte gestern Michael Kullmann, Hauptgeschäftsführer des hessischen Einzelhandelsverbandes.

Kullmann befürchtet vor allem bei den so genannten Randsortimenten die Konkurrenz der Konzerne. „Ikea und Co. machen 50 Prozent ihrer Umsätze mit Haushaltswaren, Glas, Porzellan, Blumen, Fahrrädern und anderen Produkten. Das schwächt die Fachhändler in den Innenstädten massiv.“

Der hessische Handelsverbandspräsident Frank Albrecht wurde kürzlich noch deutlicher und sprach im Zusammenhang mit den Segmüller-Plänen von einem „direkten Angriff“ auf den innerstädtischen Einzelhandel. Er stellte die Rechnung auf, dass jeder von Segmüller in Bad Vilbel geschaffene Arbeitsplatz drei weitere Jobs anderswo vernichtet, wie Albrecht gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ sagte.

Möbelmarkt in Rhein-Main gesättigt

Der Handelsverband erwartet in Bad Vilbel starken Widerstand der Nachbarkommunen gegen die Segmüller-Pläne. Auch müsse der Regionalplan geändert werden, weshalb der Zeitpunkt der Neueröffnung noch völlig unklar sei.

Kullmann und Albrecht sehen den Möbelmarkt in Rhein-Main als gesättigt an: Neben Segmüller und Ikea nennen sie Mann Mobilia in Eschborn als dritten großen Spieler auf dem Markt. Daneben gebe es eine Anzahl kleinerer Designermöbel- und Küchenanbieter wie Wesner-Wohnkomfort, Kontrast oder Ikarus, die den Bedarf deckten.

Ist die Region mit Möbelhäusern überversorgt? Die Großanbieter zeigen sich von den Bedenken des Verbandes völlig unbeeindruckt. Simone Settergren von Ikea: „Wir sehen für unsere Kunden noch ein gewaltiges Potenzial im Rhein-Main-Gebiet.“

In der finanzstarken Region sei auch ein viertes Ikea-Möbelhaus rentabel. Und: Mit mehreren Häusern könnten Kosten gespart werden. Simone Settergren bekräftigte: „Wir treiben unsere Expansionsziele mit Nachdruck voran.“

Quelle: op-online.de

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