Überdurchschnittlicher Anstieg in Region

Immer mehr Schaden durch Fahrraddiebe in Offenbach und Hanau

Berlin/Offenbach - Der Fahrradklau in Deutschland wird immer mehr zu einer echten Plage. 100 Millionen Euro haben die Versicherer im vergangenen Jahr erstattet – so viel wie seit 2009 nicht mehr. Von Ralf Enders

Auch rund um Offenbach und Hanau ist der Fahrraddiebstahl dramatisch gestiegen. Experten sehen professionelle Banden hinter der Entwicklung. Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge, mussten die Versicherungen in Deutschland im Jahr 2014 für Schäden durch Fahrraddiebstahl 100 Millionen Euro zahlen, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete. Das Geld sei für 210.000 versicherte und gestohlene Räder gezahlt worden. Das sei der höchste Stand seit fünf Jahren. Der Schaden pro Fall betrug demnach durchschnittlich etwa 480 Euro. Insgesamt erfasste die Polizei dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr rund 340.000 gestohlene Räder. Dies sei ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber 2013.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen ist die Entwicklung sogar noch schlimmer. Der Kriminalstatistik für 2014 zufolge wurden in Stadt und Kreis Offenbach, Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis 2905 Fahrräder gestohlen – das sind 17,2 Prozent oder 426 Fälle mehr als noch im Jahr 2013. Kleiner Lichtblick: Die traditionell geringe Aufklärungsquote konnten die Offenbacher Beamten mit 13,5 Prozent (2013: 7) nahezu verdoppeln.

Den deutlichsten Anstieg an Fahrraddiebstählen in der Region gab es in Hanau, wo mit 117 Fällen 45,5 Prozent mehr Fahrräder gestohlen wurden als 2013. Im Kreis Offenbach ärgerten sich 1 437 Fahrradbesitzer (+ 18,4 Prozent), in der Stadt 629 (+ 4,7 Prozent). Das Polizeipräsidium Südhessen, das auch für den Kreis Darmstadt-Dieburg zuständig ist, hat die Zahl der Fahrraddiebstähle nicht gesondert veröffentlicht.

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Der Innenexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, sagte dem Blatt, man habe es „mit gut organisierten Banden zu tun“. Er forderte deshalb, die Informationen zentral zu sammeln, um „bandenmäßige Strukturen, regionale Schwerpunkte, Tatmuster und Absatzwege“ zu erkennen. Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, Ulrich Syberg, forderte Fahrradparkhäuser, Abstellplätze an Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden und mehr Ermittler.

Dass die Diebe zunehmend keine kleinen Fische mehr sind, die mal eben vorm Schwimmbad ein Fahrrad klauen, sondern organisierte Banden, zeigt ein Beispiel aus dem Offenbacher Stadtteil Lauterborn: Hier hat die Polizei im vergangenen Jahr eine 23-köpfige Gruppe zerschlagen, die für zahlreiche Fahrrad- und Rollerdiebstähle und weitere Verbrechen verantwortlich war. Insgesamt konnten den Verbrechern 111 Straftaten in Offenbach, Heusenstamm, Dietzenbach, Neu-Isenburg, Obertshausen, Mühlheim und Frankfurt nachgewiesen werden.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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