Immobilien bei Deutschen angesagt

Bausparkasse legt in Hessen deutlich zu

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Frankfurt - Der Wunsch der Deutschen nach sicheren Anlagen hat auch den Geschäften der Landesbausparkasse (LBS) Hessen-Thüringen im vergangenen Jahr Auftrieb gegeben. Von Marc Kuhn

Von einer Sehnsucht nach soliden Werten berichtete der Sprecher der LBS-Geschäftsführung, Peter Marc Stober, bei Vorlage der Bilanz 2012 in Frankfurt. „Sachwerte wie Immobilien haben einen hohen Stellenwert in Deutschland. “ Deshalb konnte die LBS sowohl das eigene Geschäft wie auch die Finanzierungsvermittlung an die Sparkassen in ihrem Gebiet ausweiten.

Sie erzielte im vergangenen Jahr das zweitbeste Ergebnis im Neugeschäft seit ihrer Gründung. Die Bausparsumme stieg um 11,5 Prozent auf mehr als drei Milliarden Euro. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge habe ebenfalls um 11,5 Prozent auf 123 520 angezogen, berichtete die Bausparkasse. In Hessen habe sich die Bausparsumme um 9,2 Prozent auf fast 2,3 Milliarden Euro erhöht, die Zahl der Verträge um 8,9 Prozent auf 86 745. In Thüringen erlebte das Bausparen sogar einen Boom, wie die LBS weiter erklärte. Das Neugeschäft sei um 19,5 Prozent auf eine Bausparsumme von 737,89 Millionen Euro gewachsen. In dem Freistaat seien 36 775 Verträge abgeschlossen worden, einen Steigerung um 18,1 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung konnte die Bausparkasse ihre Marktanteile ausbauen: In Hessen stiegen sie um 0,9 auf 34,9 Prozent, in Thüringen um 3,4 auf 38,2 Prozent.

Finanzierbarkeit von Wohneigentum viel leichter

Wegen der niedrigen Zinsen ist die Finanzierbarkeit von Wohneigentum viel leichter geworden. Anhand einer Musterrechnung zeigt die LBS, dass sich die monatliche Belastung mit Zinsen und Tilgung von 2000 bis 2012 nahezu halbiert hat. Eine Studie zeigt zudem, dass der Eigenkapitalanteil bei verschiedenen Finanzierungsmodellen zwischen knapp 40 und fast 60 Prozent liegt.

Acht von zehn Deutschen bewerten nach Angaben der LBS selbst genutztes Wohneigentum als besonders sichere Form der Altersvorsorge. Bundesweit seien im vergangenen Jahr mehr als 60 Prozent aller Riester-Neuverträge für Eigenheime abgeschlossen worden. In Hessen und Thüringen konnte die LBS von diesem Trend nicht profitieren. Lediglich 6 576 Riester-Bausparverträge seien abgeschlossen worden - ein Einbruch um 23 Prozent im Vergleich zu 2011. Das Volumen sei um fast 16 Prozent auf gut 254 Millionen Euro gesunken. Stober kritisierte, dass die staatliche Förderung schlechtgeredet werde. Er verlangte einen Abbau bürokratischer Hürden.

Im vergangenen Jahr betrug das Betriebsergebnis nach Bewertung bei der LBS nicht zuletzt wegen Restrukturierungsmaßnahmen 15,2 Millionen Euro, ein Zuwachs von 14,4 Prozent. Wegen womöglich weiter sinkenden Zinsen rechnet Stober 2013 mit einem Rückgang. Darüber hinaus erwartet er ein Bruttoneugeschäft unter dem Ergebnis von 2012.

Quelle: op-online.de

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