Frankfurter Volksbank

Immobilien in der Region teurer

Frankfurt - Die Frankfurter Volksbank hat das Jahr ihres 150-jährigen Bestehens mit dem besten Ergebnis ihrer Geschichte abgeschlossen. Gleichzeitig berichtet das Institut über nach wie vor viel Interesse an Immobilien. Von Marc Kuhn

Trotz reger Nachfrage sieht die Frankfurter Volksbank keine Überhitzung des Immobilienmarktes im Rhein-Main-Gebiet. „Natürlich ist in Frankfurt und der Region festzustellen, dass die Preise nach oben gegangen sind“, sagte Eva Wunsch-Weber, die Vorstandsvorsitzende des Instituts gestern bei der Vorlage der Geschäftszahlen.

Sie fügte hinzu: „Im Moment sehen wir noch keine Immobilien-Blase.“ Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe sich die Immobilien-Tochter der Frankfurter Volksbank, zu der auch die genossenschaftlichen Institute in Offenbach, Hanau und Egelsbach gehören, positiv entwickelt. „Sie hatte sich allerdings bei Bestandsimmobilien der Herausforderung zu stellen, dass einer unverändert hohen Nachfrage gerade in unserer Region nur ein sehr begrenztes Angebot von Verkäufern gegenüber stand“, erklärte Wunsch-Weber. „In der hohen Nachfrage sehen wir ein deutliches Indiz für die Attraktivität von Immobilien zur Kapitalanlage.“

Ein anspruchvolles Jahr

Nach den Worten von Wunsch-Weber war 2012 „ein anspruchsvolles, ein herausforderndes Jahr“. Sie verwies auf die Diskussion über die europäische Bankenunion, die Vereinheitlichung der Einlagensicherung und die Euro-Krise. „Die derzeit größte Gefahr der Staatsschuldenkrise sehe ich in der Verunsicherung der privaten Konsumenten ebenso wie der wirtschaftlich Verantwortlichen, gerade im gewerblichen Mittelstand“, sagte Wunsch-Weber, die erstmals das Geschäftsjahr als Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank verantwortete. Wegen der Euro-Krise seien die Zinsen niedrig. „Wir müssen das historisch niedrigste Zinsniveau seit der Währungsreform von 1948 registrieren.“

Im vergangenen Jahr sei der Zusammenschluss mit der Vereinigten Volksbank Griesheim-Weiterstadt abgeschlossen worden. Zur Frage nach weiteren Fusionen erklärte Wunsch-Weber: „Im Moment führen wir keine Gespräche.“ Sie verwies vielmehr auf das erfolgreiche Geschäftsjahr. „Weder die europäischen Themen noch die Integration der Vereinigten Volksbank Griesheim-Weiterstadt haben unser Haus davon abhalten können, 2012 das historisch beste Ergebnis unserer Geschichte zu erzielen.“ Die Frankfurter Volksbank habe im Jahr ihres 150-jährigen Bestehens den Gewinn nach Steuern um 2,4 Prozent auf 73,6 Millionen Euro erhöht.

Überaus positive Entwicklung

Wunsch-Weber berichtete: „Da die Bank unverändert einen hohen Bestand an kurzfristiger Liquidität gehalten hat, reduzierte sich der Zinsüberschuss auf 195,5 Millionen Euro (2011: 199,2 Millionen Euro).“ Das Wertpapiergeschäft mit Privatkunden habe sich überaus positiv entwickelt. „Obwohl die institutionellen Anleger aufgrund der hohen Marktvolatilitäten zurückhaltend waren, konnten wir den Provisionsüberschuss um 1,5 Prozent auf 47,2 Millionen Euro steigern.“ Die Kundeneinlagen seien um ein Prozent auf 6,45 Milliarden Euro gestiegen. Die Zahl der Kunden erhöhte sich - auch dank der Fusion - auf 475 000. Jeder Dritte sei auch Mitglied der Frankfurter Volksbank, sagte Wunsch-Weber.

Das Kreditvolumen sei 2012 um 2,6 Prozent auf fast 4,7 Milliarden Euro gestiegen, erläuterte Wunsch-Weber. „Es gab keine Anzeichen einer Kreditklemme.“ Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich die Volksbank-Chefin „verhalten optimistisch“.

Quelle: op-online.de

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