Energiewende belastet Infraserv

Frankfurt - Der Betreiber des Industrieparks Höchst in Frankfurt kämpft mit den Folgen der Energiewende und hat kurzfristig ein Sparprogramm aufgesetzt. Von Marc Kuhn

Infraserv Höchst blicke auf ein durchwachsenes Jahr zurück, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Industriepark-Betreibergesellschaft, Jürgen Vormann, in Frankfurt. Er kritisierte „unsichere Gesetzesdetails bei der Energiewende“ und appellierte an die Politik, den Industrie-Standort Deutschland nicht zu schwächen. „Trotz aller Schwierigkeiten sind wir gut gerüstet für das, was kommt“, fügte Infraserv-Geschäftsführer Roland Mohr hinzu. Infraserv ist für die Infrastruktur der Firmen im Industriepark zuständig. Dort sind etwa 90 Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Pharma und Chemie ansässig. Rund 22.000 Menschen arbeiten in dem Industriepark.

Der Umsatz in der Infraserv-Höchst-Gruppe sei 2012 deutlich um 6,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zurückgegangen, berichtete Vormann. Er machte regulatorische Veränderungen im Energiesektor und starke Einbußen beim Energiehandel für diese Entwicklung verantwortlich. Allein bei der Infraserv Höchst KG seien die Erlöse um 7,5 Prozent auf 966 Millionen gesunken. Wegen Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der Ersatzbrennstoffanlage sei der Umsatz der Betreiber-Tochtergesellschaft Thermal Conversion Compound um mehr als 39 Prozent auf 7,1 Millionen Euro zurückgegangen. Die Infraserv Logistics verbuchte eine Umsatzreduzierung von drei Prozent auf 75,6 Millionen Euro.

Für die Zukunft sieht Vormann Fragezeichen bei der Konjunktur. Zudem klagte er über ständig steigende Abgaben und eine rückläufige Nachfrage von Kunden nach Dienstleistungen von Infraserv. Insgesamt sei ein „verschärftes Wettbewerbsumfeld“ zu erkennen. Deshalb müsse Infraserv seine „Kostenbasis deutlich verbessern“ und habe das Projekt „Perspektive 2015“ gestartet. In den nächsten drei Jahren sollen insgesamt 75 Millionen Euro eingespart werden. Die Prozesse und Kostenstrukturen im Unternehmen sollten optimiert werden, sagte Vormann.

Quelle: op-online.de

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