Kleine Nager verbreiten gefährliche Viren

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Süß, aber gefährlich: Mäuse sind der Grund dafür, dass die Zahl der Hantavirus-Infektionen in Deutschland steigt.

Frankfurt - Die massenhafte Mäusevermehrung hat die Zahl der Hantavirus-Infektionen in Hessen in die Höhe schnellen lassen. Von Januar bis Juli hätten sich 83 Menschen mit dem Virus infiziert, berichtete die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Frankfurt.

Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr seien in Hessen nur vier Infektionen gemeldet worden. Die meisten Fälle gebe es nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) in Ost- und Mittelhessen.

Übertragung des Virus auf den Menschen

Hantaviren werden von Mäusen ausgeschieden. Menschen können sich anstecken, wenn sie virushaltigen Staub einatmen. Die Viren können hohes Fieber, Kopf- Bauch- und Rückenschmerzen auslösen. Todesfälle sind dem RKI bisher aber nicht bekannt. Im Landkreis Fulda seien seit Jahresbeginn 17 Hantavirus- Infektionen gemeldet worden, berichtete die TK. An zweiter Stelle stehe der Main-Kinzig-Kreis mit 12 Infektionen, elf Fälle gebe es im Landkreis Gießen, acht im Wetteraukreis und sieben im Vogelsbergkreis. Die Viren sind nach einem Fluss in Korea benannt. Während des Koreakriegs in den 50er Jahren erkrankten Tausende UN-Soldaten an der Infektion. Von Mensch zu Mensch ist das Virus wahrscheinlich nicht übertragbar. Bundesweit gab es bis Ende Juli nach RKI-Angaben 1148 gemeldete Erkrankungen, nur 25 Fälle waren es im ersten Halbjahr 2009. Der drastische Anstieg der Zahlen hänge wahrscheinlich mit der prächtigen Vermehrung der Mäuse zusammen.

Einfache Hygienemaßnahmen verringern Gefahr

Es gab reichlich Bucheckern, und eine feste Schneedecke im Winter schützte die Tiere vor Frost und Feinden. Gefahr droht überall, wo sich Mäuse aufhalten - etwa in Kellern, Schuppen oder auf Dachböden. Längst nicht jede Maus trägt das Virus in sich. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko mindern. So sollten Keller, Böden und Schuppen gründlich gelüftet werden, bevor man hineingeht, rät die TK. Beim Entfernen von Mäusekot und Nestern sollten Atemschutzmaske und Einmalhandschuhe getragen und möglichst wenig Staub aufgewirbelt werden. Bisher gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gegen Hantaviren. Als bestes Abwehrmittel gilt, Keller, Schuppen und Dachböden von Mäusen freizuhalten.

dpa

Quelle: op-online.de

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