Integration in Uniform

Frankfurt/Rhein-Main - Hatun Deitz hat ihren Berufswunsch nicht bereut. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt die türkischstämmige Frau auf die Frage, ob ihr die Arbeit als Polizistin Freude macht. Seit 15 Jahren ist die 32 Jahre alte Kommissarin im Polizeidienst - und eine der eher wenigen Polizeibeamten in Hessen, die ausländische Wurzeln haben. Von Joachim Baier (dpa)

Mit einer Werbekampagne mit der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ will das Land nun den Anteil der Polizisten erhöhen, die türkischer Herkunft sind.

Innenminister Volker Bouffier (CDU) zeigt sich sicher, dass die Werbekampagne Früchte trägt. Er hofft, mit „Hürriyet“ die Zielgruppe genau erreichen zu können. Die Zeitung mit nach eigenen Angaben bundesweit 80 000 Exemplaren will im Laufe des Jahres Berichte und Interviews sowie Telefonaktionen mit Einstellungsberatern und Ausländerbeauftragten der Polizei veröffentlichen.

„Die Polizeikarriere ist durchaus anspruchsvoll“, preist Bouffier die Jagd auf Temposünder und Schwerverbrecher an. „Der Polizist hat einen hervorragenden Ruf und ist bei der Bevölkerung angesehen“, beschreibt der Minister als oberster Dienstherr das Image. „Und wir garantieren immerhin jedem, der die Prüfung schafft, einen Arbeitsplatz auf Lebenszeit“, fügt er hinzu. „Wo gibt es das sonst noch auf der Welt?“

Hessens Polizei hat bisher etwa 100 Beamte mit ausländischer Staatsangehörigkeit eingestellt, davon etwa 40 Türken. Zudem arbeiten etwa 200 Beamte mit Migrationshintergrund bei der Polizei.

Gerade im Rhein-Main-Gebiet lebten viele Menschen mit Migrationshintergrund. Auch weil die Zahl deutscher Bewerber schon allein wegen der demographischen Entwicklung abnimmt, sei es wichtig, mehr Beamte aus ausländischen Gruppen im Polizeidienst zu haben. Sie seien Vermittler zwischen den Kulturen und genössen besonderes Vertrauen bei den Menschen.

Hatun Deitz kann dieses Bild nur bestätigen. „Ich erlebe bei Landsleuten durchweg positive Erfahrungen, vor allem bei Frauen. Die merken, da ist eine, die spricht unsere Sprache.“ Dabei redet die aus Lauterbach (Vogelsbergkreis) kommende Kommissarin ein völlig akzentfreies Deutsch. Ob ihr Türkisch auch so einwandfrei ist? „Nein“, lacht sie.

Polizisten ausländischer Herkunft

Etwa 200 hessische Polizeibeamte haben nach Auskunft des Innenministeriums in Wiesbaden ausländische Wurzeln, aber einen deutschen Pass. Zu dieser Gruppe zählen rund 30 Menschen aus türkischen Familien. Die anderen Beamten stammen aus allen möglichen Ländern, darunter europäische Staaten, aber beispielsweise auch die USA. Darüber hinaus gibt es etwa 100 Beamte im hessischen Polizeidienst, die zum Zeitpunkt ihrer Einstellung einen ausländischen Pass hatten. Darunter sind etwa 40 Türken.

Quelle: op-online.de

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