Integrationspreis über 12.000 Euro nach Langen

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Hanneliese Einloft-Achenbach (l) vom Projekt „Paten für den Berufseinstieg“ aus Langen und Christine Knüppel vom „Kulturzentrum Schlachthof e.V. Kassel“ nahmen die Preisurkunden von Minister Hahn (FDP) entgegen.

Langen/Wiesbaden ‐ Der mit 20.000 Euro dotierte Hessische Integrationspreis 2009 geht an zwei Initiativen zur Berufsförderung von Migranten in Langen und Kassel. Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) überreichte die Auszeichnungen am Freitag im Biebricher Schloss in Wiesbaden.

12.000 Euro Preisgeld erhielt das Projekt „Paten für den Berufseinstieg“ des IB-Bildungszentrums in Langen.

Das Kulturzentrum Schlachthof in Kassel wurde für seine Programme zur Arbeitsmarktintegration mit 8000 Euro prämiert. Hahn sprach von „herausragenden Beispielen, die tagtäglich beweisen, dass Integration positiv gelingen kann“. Der Preis wird seit 2004 vergeben.

An junge Menschen aus Ausländerfamilien richtet sich das Projekt „Paten für den Berufseinstieg“ in Langen. Mit persönlicher Begleitung von Paten wird Jugendlichen seit 2006 bei der Berufsorientierung und Bewerbungen geholfen, um ihre berufliche und soziale Integration zu fördern. Bis Anfang dieses Jahres erhielten 49 Patenkinder von 27 Paten Unterstützung. Der Internationale Bund berät die Paten mit Qualifizierungsmaßnahmen und interkulturellem Training. Regelmäßig gibt es Treffen für Paten und ihre Schützlinge. Als Paten werden engagierte Personen aller Altersgruppen eingesetzt, die ehrenamtlich Erfahrungen und Wissen einbringen. Das Projekt arbeitet eng mit der Seniorenhilfe der Stadt Langen zusammen. Die Jury lobte, dass bei dieser Eingliederungshilfe generationenübergreifend und mit großem ehrenamtlichem Engagement gearbeitet werde.

Passgenaue Angebote für jeden einzelnen Zuwanderer sind wichtig

Integration sei ein Gewinn für die Gesellschaft, sagte Hahn. Deshalb solle die deutsche Gesellschaft ihre „Willkommenskultur“ pflegen. Die Zuwanderer rief er auf, unbedingt gut Deutsch zu lernen. Ziel sei, irgendwann nicht mehr in Kategorien der nationalen Herkunft zu denken, sondern sagen zu können: „Wir sind Hessinnen und Hessen.“

Die 1,4 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Hessen schneiden einer Studie vom April zufolge bei Schulabschlüssen schlechter ab als die einheimische Bevölkerung. Sie haben geringere berufliche Qualifikationen. Migranten sind auch überdurchschnittlich oft arbeitslos.

Bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt sei es wichtig, passgenaue Angebote für jeden einzelnen Zuwanderer wie für die Arbeitgeber zu finden, erklärte der Minister.

Der Preis-Jury gehören Hahn sowie sieben Vertreter deutscher und ausländischer Medien an.

dpa

Quelle: op-online.de

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