Dieter Wedel hat die Bad Hersfelder Festspiele zum Ereignis gemacht

Intendant schreibt an einer Erfolgsgeschichte

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Dieter Wedel

Bad Hersfeld - Von großem Rummel begleitet ging Star-Regisseur Dieter Wedel an die neue Aufgabe bei den Bad Hersfelder Festspielen. Rund fünf Wochen nach dem Saisonauftakt sind nun alle sieben Premieren über die Bühne gegangen. Das Zwischenfazit fällt positiv aus. Von Jörn Perske

„Wenn nichts Außergewöhnliches mehr passiert, steuern wir auf eine hervorragende Saison zu“, sagte Wedel. Zahlen will Wedel zwar nicht nennen. Er verrät aber: „Wir haben eine sehr gute Auslastung - und das trotz des wechselhaften Wetters.“ Auch die künstlerische Bilanz stimmt. Die Theaterstücke und das beeindruckende Musical „Cabaret“ bekamen anerkennende bis begeisterte Kritiken. Bad Hersfeld hatte sich von dem 72 Jahre alten Filmemacher einiges erhofft. Und die Erwartungen wurden erfüllt. Bürgermeister Thomas Fehling (parteilos) sagte, Wedels Verpflichtung sei der „richtige Schritt“ gewesen: „Das Interesse an den Festspielen ist beeindruckend. Wedel bringt die Stadt ins Gespräch.“ Die Saison endet zwar erst am 6. August, doch bereits jetzt geht Wedels Blick nach vorn. Er will die Festspiele in der 66. Saison 2016 weiter reformieren. Das Programm soll gestrafft, das Profil geschärft werden: „Sieben Stücke waren zu viel. Eine Reduzierung könnte ich mir gut vorstellen“, meint der Regisseur. „Ich frage mich, ob das Leipziger Allerlei, das wir anbieten, das Richtige ist. Die Zuschauer wollen doch wissen, was sie erwartet.“

Das alte Gemäuer der Stiftsruine schränke das Themenspektrum ohnehin ein, glaubt Wedel. Auch deshalb will er künftig Stücke auswählen, die sich mit dem Thema Religion auseinandersetzen. „Das ist ein spannendes Thema für die nächsten Jahre. Dazu könnte ein Stück über den Kirchen-Reformer Martin Luther gehören. Es lädt auch zu einer Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte ein.“ Er will die Festspiele ein paar Wochen später beginnen lassen - wegen der Aussichten auf stabiles Sommerwetter. „Die Stücke könnten auch etwas früher beginnen, nicht erst um 21 Uhr.“ Seine Änderungen für mehr Zuschauerkomfort erwiesen sich bereits als voller Erfolg.

Festspiele in Bad Hersfeld: Neue Bilder

Zu einer Rückkehr nach Bad Hersfeld will Wedel Volker Lechtenbrink, den früheren Festspiel-Intendanten, bewegen. Wedel weiß, wie wichtig es ist, Schauspieler mit Renommee, Charisma und Bekanntheitsgrad zu engagieren. Für seine Debütsaison stellte er ein Star-Aufgebot zusammen. Namen wie Sonja Kirchberger und Cosma Shiva Hagen, Heinz Hoenig und Mathieu Carrière, Helen Schneider und Judy Winter machten das Publikum neugierig. Er setzte aber auch auf herausragende Schauspielleistungen, die Bühnen-Asse wie Lars Rudolph, der mit dem Großen Hersfeld Preis ausgezeichnete Christian Schmidt und Stephan Schad boten. Selbst Vorgänger-Intendant Holk Freytag - aktuell noch als Regisseur dabei - ist beeindruckt von seinem Nachfolger. „Die Resonanz in dieser Saison ist großartig. Respekt, wie er Dinge durchsetzt, die er haben will.“ Freytag, der allerdings viele Vorarbeiten für 2015 leistete, glaubt, dass Wedels eigene Handschrift erst im nächsten Jahr zu erkennen ist.

dpa

Quelle: op-online.de

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