Internationale Drogenkonferenz

Legalisierung weicher Drogen: Kiffen bald erlaubt?

+

Frankfurt - Auf der internationalen Drogenkonferenz in Frankfurt wird über einen Modellversuch zur Legalisierung von weichen Drogen nachgedacht. Der Chef der Frankfurter Schutzpolizei spricht sich dafür aus, weil die Verfahren so gut wie immer eingestellt werden.

Der Chef der Frankfurter Schutzpolizei zeigt sich offen für einen Modellversuch zur Legalisierung "weicher Drogen" für den Eigengebrauch. Aktuell sei der Besitz strafbar, "das Verfahren wird aber so gut wie immer eingestellt", sagte Michael Hallstein am Donnerstag auf einer internationalen Drogenkonferenz in Frankfurt. Schon einmal sei ein Modellversuch erfolgreich gewesen. 2002 wurde in der Mainmetropole synthetisches Heroin an "Schwerstabhängige" ausgegeben. 2009 wurde das Konzept dann bundesweit übernommen. Noch bis (zum morgigen) Freitag sprechen hochrangige Beamte aus 13 Ländern auf der Konferenz über die Rolle der Polizei in der Drogenpolitik.

Lesen Sie dazu auch:

Lappen weg! Kiffern droht immer Fahrverbot

Thema ist dabei der "Frankfurter Weg". Das Drogenhilfskonzept setzt auf eine Zusammenarbeit von Drogensozialarbeit, Polizei, Gesundheits- und Ordnungsbehörden. Die Süchtigen haben in sogenannten Druckräumen die Möglichkeit, Drogen unter hygienischen Bedingungen zu konsumieren. Seit Einführung dieser Zusammenarbeit 1994 hat sich die Zahl der Drogentoten in Frankfurt drastisch reduziert: 1991 waren es 147 Drogentote, im vergangenen Jahr waren es laut Polizei 21.

Kiffen, Koksen und Saufen bei den Stars

Kiffen, Koksen und Saufen bei den Stars

Der "Frankfurter Weg" sei fortschrittlich und beispielgebend für andere Länder, sagte Deanna Nollette von der Polizei Seattle. Auch für die Stadt im US-Bundesstaat Washington hat der "Frankfurter Weg" Vorbildfunktion. Dort wird Marihuana zum 1. Januar legalisiert. "Wir nehmen uns das Beste aus dem Frankfurter Modell und passen das an unser eigenes System an", fügte sie hinzu. Dabei werde Wert vor allem auf die Beratung und Hilfe für Drogenabhängigen gelegt. "Wir müssen uns weniger auf die Drogensucht konzentrieren als auf die öffentliche Sicherheit", sagte sie.

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare