Internet-Gangster erpressen Online-Shops

Frankfurt/Wiesbaden - Vier junge Männer sollen rund 30 Internet-Shops erpresst und deren Server lahmgelegt haben. Nun ermitteln Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gegen sie - wegen banden- und gewerbsmäßiger Erpressung sowie Computersabotage.

Die Wohnungen der 17- bis 23-Jährigen in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern seien bereits Anfang August durchsucht worden, berichteten Generalstaatsanwaltschaft und BKA gestern in Frankfurt und Wiesbaden.

Die Beschuldigten sollen von den Shop-Betreibern 50 bis 250 Euro verlangt haben. Den Ermittlungen zufolge legten sie Server zwischenzeitlich stundenlang lahm, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die dadurch verursachten Umsatzeinbußen werden auf mindestens 100.000 Euro geschätzt - deutlich mehr als die rund 1000 Euro, die die jungen Männer für ihre Erpressung bekamen. „Die Leute realisieren nicht, was sie an wirtschaftlichen Einbußen bei den Unternehmen auslösen“, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle.

An der Durchsuchung waren rund 40 Polizeibeamte beteiligt. Festgenommen wurde keiner der jungen Leute - „wegen des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit“, sagte Badle.

Die Beschuldigten überlasteten die Server mit zahlreichen technisch erzeugten Anfragen, die in kurzer Zeit abgesendet wurden. „Internetseiten, die über diesen Server bereitgestellt werden, sind dann nicht mehr aufrufbar“, erläuterten die Ermittler. Die Erpresser drohten mit neuen Angriffen, wenn die Betreiber nicht zahlen. Bei der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft ist die bundesweite Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität angesiedelt.

Quelle: op-online.de

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