Drei Fragen an... Klaus Jürgen Deuser

Interview mit Klaus Jürgen Deuser

Merkt man gleich zu Anfang, ob aus „jemandem etwas wird“? War das etwa bei Mario Barth vorhersehbar?

Ja! Der war von Anfang an unfassbar. Einfach ein Vulkan auf der Bühne. Also ja, man hat oft schon ganz früh ein Gefühl, ob jemand richtig gut ist. Aber wenn jemand am Anfang nicht gut ist, heißt das nicht, dass er nicht gut werden kann. Da bin ich immer vorsichtig. Aber manche stechen einem auch gleich ins Auge, wo man denkt „Wow, wo kommt der den her!“

Sie sind Entertainer, Tänzer, Comedian, Regisseur und Moderations-Coach – das wollten Sie als Kind aber sicher nicht alles werden, oder?

Lesen Sie außerdem: „Comedy-Talente in der MangelEigentlich wollte ich Sportler oder Lehrer für Naturwissenschaften werden. Mathe und Physik fand ich immer sehr spannend. In die Theatersache bin ich reingerutscht. Und irgendwann machte es mir soviel Spaß, das ich gesagt habe, jetzt hör ich auch nicht mehr auf. Ich hab die Projekte immer selbst gestartet. Beispiel: Ich wollte singen, es hat mich keiner singen lassen, da hab ich halt ne Band gegründet. Aus den verschiedenen Entstehungsprozessen heraus sind diese Rollen entstanden. Da hieß es dann, ja gut, dann mach ich jetzt halt Regie, jetzt coach ich die halt. Jetzt hab ich es auch gelernt. Soviel wie jetzt hab ich noch nie in meinem ganzen Leben gemacht. Am 15. November erscheint mein neues Buch „How to be lustig - und kann man damit besser leben“. Es ist eine Fibel über das ganze Comedygeschäft. Zudem bin ich mit meinem Soloprogramm auf Tour und wir drehen im Moment auch wieder. Da ist es zurzeit schon so, dass ich sage ‚Gott, was habe ich mir da alles angetan‘.

Kann man über alles Witze machen oder gibt es auch moralische Grenzen?

Ja natürlich gibt es die. Witze machen kann man über alles. Aber ob das geht, ob man die einsetzen kann, ist so eine Frage. Ich halte ja Stand-Up-Comedy sowieso für viel politischer als die meisten Leute glauben. Denn wir beschreiben einfach die Gesellschaft. Wenn die Nummern gut sind, sind das immer fundierte Beobachtungen und allein damit fängt man schon an, Dinge zu verändern. Entscheidend ist die Qualität der Dinge. Gerade in der heutigen Zeit finde ich es wichtig, dass Leute sich kreativ ausleben; Dinge machen, testen auf die Bühne gehen. Ich find‘s immernoch besser, dass Leute schlechte Witze erzählen, als wenn sie andere Leute verprügeln. Wenn ich das sage, dann lächeln die Leute immer so, dabei mein ich das todernst! Für mich ist Stand-Up eine Unterhaltungsform, mit der man Leute wieder packen kann.

Quelle: op-online.de

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