Interview mit Grünen-Chef Tarek Al-Wazir

Mehr grüne Ideen

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Tarik Al Wazir

Offenbach - Neue Runde im hessischen Koalitionspoker: Grünen-Landeschef Tarek Al-Wazir machte im Interview mit unserer Zeitung deutlich, dass sich seine Partei noch nicht festgelegt habe.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hält die Fortsetzung der Sondierungen zwischen Union und Grünen für sinnvoll. Auch Grünen-Chef Tarek Al-Wazir machte im Interview deutlich, dass er weiterhin mit den Christdemokraten Möglichkeiten für ein Regierungsbündnis ausloten will.

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Am Freitag verhandelt die SPD wieder mit Grünen und Linken. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Al Wazir, er hoffe, dass „die tiefen Gräben zwischen den Lagern in Hessen durch diese Gespräche etwas zugeschüttet werden“.

Wie beurteilen Sie die Chancen in Hessen für ein schwarz-grünes Regierungsprojekt, das ja in Frankfurt funktioniert?

Natürlich gibt es auf kommunaler Ebene einige Beispiele für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Grünen und der CDU. Allerdings sind die Probleme auf Landesebene und damit auch die Unterschiede zwischen CDU und Grünen im Landtag größer. Angesichts der schwierigen Mehrheitsverhältnisse sondieren wir derzeit mit SPD und Linkspartei einerseits und der CDU andererseits, um auszuloten, ob und in welcher Regierungskonstellation wir als Grüne die meisten unserer inhaltlichen Ziele verwirklichen können und gleichzeitig eine verantwortungsvolle und stabile Regierungspolitik gemacht werden kann. Die Gespräche laufen, wir sind selbst gespannt darauf, ob unsere Sondierungen in dieser und in der nächsten Woche Fortschritte bringen.

Aus der Grünen-Spitze in Berlin war nach ersten Sondierungen zu hören: „Zwischen Vertretern von CDU und Grünen herrscht jetzt eine andere Atmosphäre als vor den Gesprächen.“ Können Sie diesen Eindruck auch auf Hessen übertragen?

Die bisherigen Gespräche waren in jedem Fall spannend, konstruktiv und haben bei einigen Inhalten auch neue mögliche Lösungsansätze aufgezeigt. Unabhängig vom Ausgang der Sondierungsgespräche erhoffe ich mir für die zukünftige Arbeit im Landtag, dass die tiefen Gräben zwischen den Lagern in Hessen durch diese Gespräche etwas zugeschüttet werden.

Angenommen die Grünen schaffen es in die Landesregierung: Halten Sie an Ihrem Plan fest, Minister für Wirtschaft und Verkehr zu werden?

Vor der Wahl habe ich gesagt, dass ich gern einen Beitrag dazu leisten möchte, Hessen wirtschaftlich und im Bereich der Verkehrspolitik und der Infrastruktur mit mehr grünen Ideen voran zu bringen. Daran hat sich nichts geändert, also bin ich natürlich weiterhin bereit dazu. Für mich ist allerdings völlig klar, dass es eine grüne Regierungsbeteiligung nur geben kann, wenn aus unserer Sicht die Inhalte stimmen. Eine Regierungsbeteiligung um jeden Preis wird es mit uns nicht geben.

Quelle: op-online.de

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