Prozess um erfundene Vergewaltigung

Irritierende Behauptungen

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Darmstadt - Fünfter Prozesstag im Fall der erfundenen Vergewaltigung der Heidi K. vor dem Landgericht Darmstadt: Der anstrengende Zeugenmarathon geht weiter, der Zeitplan der Vernehmungen gerät wegen länger andauernder Verhöre erneut durcheinander. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Bereits jetzt ist die Zahl der veranschlagten Prozesstage von sieben auf 13 erhöht worden.

Gestern saß unter anderem die Mutter des Justizopfers und angeblichen Vergewaltigers Horst A. im Zeugenstand. Die 77-jährige: „Ich bin eine Mutter, die seit zwölf Jahren die Hölle lebt.“ Immer wieder habe ihr Sohn sie vor seiner Verurteilung 2002 beruhigen wollen, dass an der Sache nichts dran sei, es würde sich alles aufklären, was es bekanntermaßen aber nicht tat. Nach seiner voll verbüßten fünfjährigen Haftstrafe sei ihr Sohn nicht mehr derselbe gewesen. „Durch die Medikamente hatte er enorm zugenommen, er war depressiv, fand keine Arbeit mehr und lebte von Hartz IV.“ Geöffnet habe er sich einzig einem Bekannten. Dieser soll nun ebenfalls als Zeuge geladen werden.

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Zeugenaufmarsch in Mannschaftsstärke

Zeuge S. ist der ehemalige Direktor einer Gesamtschule in Ober-Ramstadt, an der K. 2006 eine Stelle als stellvertretende Schulleiterin antrat. Es ist die Schule, von der K. behauptet, sie und ihre Kollegin G. seien hier Opfer eines Giftanschlags geworden. Der Ex-Direktor: „Alle Kollegen waren über diese Behauptung völlig irritiert, konnten nichts damit anfangen. Zudem war der Arzt, der die Atteste wegen der Vergiftungserscheinungen schrieb, der Bruder von G.“ Der des Giftanschlags beschuldigte Personalratsvorsitzende B. fiel aus allen Wolken. Er wurde aber nie vernommen, denn die Polizei konnte mit der Strafanzeige nichts anfangen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: op-online.de

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