Ansturm auf Islam-Stunde

Frankfurt - Für den islamischen Religionsunterricht in Hessen, der im Schuljahr 2013/2014, also im Spätsommer, beginnt, gibt es wahrscheinlich mehr Interessenten als Plätze.

Allein der Landesverband der türkischen Moscheengemeinschaft Ditib habe dem Kultusministerium eine Liste mit 1200 Erstklässlern übergeben, sagte der Vorsitzende Fuat Kurt. „Deshalb habe ich die Abgabe der Willenserklärungen der Eltern schon stoppen müssen. “ Es hätten leicht auch mehr als 2000 Kinder angemeldet werden können. Das Ministerium bestätigte dies. Die Liste sei aber keine verbindliche Anmeldung.

Hessen führt an 25 Grundschulen einen konfessionsgebundenen islamischen Religionsunterricht ein. Partner des Staates sind der Ditib Landesverband Hessen e.V und die Muslim Ahmadiyya Jaamat. „Wir wollen mindestens 21 von diesen 25 Klassen haben“, sagte Kurt. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) zähle in Hessen weit mehr Mitglieder als die Ahmadiyya. Auch Muslime aus Marokko und anderen Ländern wollten ihre Kinder in den Ditib-Religionsunterricht schicken.

Interesse ist da

„Es zeigt, dass Interesse da ist“, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums zur Liste. Sie gebe auch Hinweise, in welchen Städten der Unterricht gebraucht werde. Entscheidend sei aber die Anmeldung des einzelnen Kindes an seiner Grundschule. Weil der Unterricht schrittweise eingeführt werde, könnten zunächst vermutlich nicht alle Wünsche erfüllt werden.

Kurt nannte den Islam-Unterricht „einen großen Verdienst der Landesregierung und einen historischen Erfolg“. „Er bedeutet Zugehörigkeit zu dieser Gesellschaft“. 

dpa

Quelle: op-online.de

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