Islamisten wollen in Frankfurt predigen

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Prediger Pierre Vogel bei einem Auftritt in Offenbach im vergangenen Jahr.

Frankfurt - Ein angekündigter Auftritt islamistischer Prediger in Frankfurt sorgt für Aufregung. Das Ordnungsamt prüft die rechtlichen Voraussetzungen für die Veranstaltung unter dem Motto „Islam, die missverstandene Religion!“ und will morgen entscheiden, wie Sprecher Ralf Rohr sagte.

Mehrere umstrittene Prediger wollen am Mittwochabend an der Hauptwache in der Innenstadt reden. Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) kritisierte die islamistischen Missionsbestrebungen der Bewegung um einen der Prediger, Pierre Vogel, in einer Mitteilung als „undemokratisch, frauenverachtend und ihrem Weltbild darauf angelegt, unsere Bevölkerung zu spalten“.

Das Grundrecht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit gelte zwar für alle Bürger des Landes, aber „es ist sogar unsere Pflicht, denen zu widersprechen, die sich gegen unsere Werte und gegen unsere Demokratie wenden, gleich welcher Religion, Weltanschauung oder Nationalität“, heißt es in Eskandari-Grünbergs Mitteilung. „Mit Fundamentalisten führen wir keinen Dialog.“ Ihre Anhänger und ihr Umfeld müssten aber sensibilisiert werden.

Volker Beck fordert, Einreise eines Predigers zu verhindern

„Dabei genügt Konfrontation alleine nicht; wir haben auch Überzeugungsarbeit zu leisten und reale, positive Alternativen anzubieten.“ Der Grünen-Politiker Volker Beck hatte die Bundesregierung zuvor bereits aufgefordert, die Einreise des als Islam-Hassprediger kritisierten Abu Ameenah Bilal Philips zu verhindern, der ebenfalls in Frankfurt auftreten will. „Philips ist für seine Hetze gegen Homosexuelle bekannt“, hatte der Parlamentarische Geschäftsführer Beck argumentiert.

Konkret bat Beck um Ausschreibung des aus Jamaica stammenden und in Kanada aufgewachsenen Predigers zur Nichteinreise im Schengen-Informationssystem SiS. Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) hatte am Wochenende schärfere Sanktionsmöglichkeiten gegen islamistische Hassprediger verlangt. Sie müssten insbesondere leichter ausgewiesen werden können, wenn sie in den Moscheen zum Heiligen Krieg aufriefen, sagte der Minister. Derzeit sei es für die Polizei fast unmöglich, den Verdächtigen gerichtsfest nachzuweisen, dass sie ihre Zuhörer aufhetzten.

dpa

Quelle: op-online.de

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