Islamisten in Region vermutet

Frankfurt/Erbach (dpa/isi) - Zwei bundesweit bekannte, radikale Islamisten sind möglicherweise im Rhein-Main-Gebiet aktiv. Sicherheitskreise bestätigten einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ), wonach sich einer der Männer nach Erbach im Odenwald umgemeldet habe.

Der Mann, der laut Zeitung zuvor in Solingen lebte und der als einer der radikalsten Vertreter der deutschsprachigen Islamistenszene gilt, soll offen zur Gewalt aufrufen haben. Wie die „FAZ“ berichtet, soll es sich bei dem Mann um Mohamed Mahmoud alias Usama al-Gharib handeln. Der gebürtige Österreicher gilt als einer der radikalsten Vertreter in der deutschsprachigen Islamisten-Szene.

Gegen den anderen Mann, der als führender Akteur der dschihadistisch-salafistischen Szene in Deutschland bezeichnet wird, laufen nach Angaben der Zeitung Ermittlungen wegen Volksverhetzung. Er soll in Internetbotschaften zur Gewalt aufgerufen haben. Der Mann, bei dem es sich um Denis Mamadou Cuspert handeln soll, hatte auf seiner Facebook-Seite die Stadt Frankfurt als Wohnort angegeben. Inzwischen sei der Eintrag in Facebook aber schon wieder geändert, verlautete am Montag aus Sicherheitskreisen. Statt Frankfurt werde nun Berlin als Aufenthaltsort genannt. Offiziell aufgetreten seien beide Männer im Rhein-Main-Gebiet nicht.

Sorge über Salafisten in der Region

Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) sagte nach Angaben seines Ministeriums, die Sicherheitsbehörden ergriffen alle notwendigen Maßnahmen, um einer möglichen Konzentration dschihadistisch-salafistischer Aktivitäten in Hessen entgegenzuwirken. Der Salafismus ist eine Strömung des Islam, die Sicherheitsbehörden als besonders streng und rückwärtsgewandt einschätzen. Salafisten verstehen sich als Vertreter des wahren Islams und orientieren sich radikal am Koran. Die über Jahrhunderte erfolgte theologische Modernisierung des Islams lehnen Salafisten ab.

Der Heusenstammer Landtagsabgeordnete Ismail Tipi (CDU) zeigte sich in einer Mitteilung besorgt über den Zuzug des Salafisten ins Rhein-Main-Gebiet, das „immer mehr zu einer zentralen Sammelstelle für fundamentalistische Hassprediger“ werde. „Junge Muslime, aber auch junge Deutsche, die noch nicht in ihrem Charakter so gefestigt sind, sind anfällig für radikale islamistische Strömungen. Von den deutschen Konvertiten geht hier eine besondere Gefahr aus“, warnt Tipi. Nur wenn es gelinge , den Fundamentalismus aus den Köpfen der Menschen zu verbannen, könne Integration gelingen, sagte der CDU-Politiker laut Mitteilung weiter.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare