Kein Islamisten-Seminar in der Rhön

Hilders/Frankfurt/Wiesbaden - Die von radikalen Islamisten geplante Schulung mit Predigern in einer Jugendherberge in der Rhön ist gestoppt worden. Von Jörn Perske (dpa)

Der Vertrag für die Veranstaltung vom 14. bis 16. Oktober werde gekündigt, weil die Gruppe verfassungsfeindlich sei, sagte der Vize-Vorstandsvorsitzende des hessischen Jugendherbergwerks, Rudolf Baues, am Freitag.

Die Salafisten der Organisation „Einladung ins Paradies“ hatte in Bosnien und im Internet für das Zusammentreffen von etwa 200 jungen Muslimen in Hilders-Oberbernhards geworben. Das hessische Landesamt für Verfassungsschutz hatte die Schulung bereits ins Visier genommen und die Gruppe dem Spektrum der Salafisten zugerechnet.

Die Innenminister warnten bereits im Sommer vor der den Gefahren. Die Organisation könne den Weg zum Terrorismus bereiten. In Deutschland kann sich der Salafismus laut Verfassungsschutz auf etwa 2500 Anhänger und 200 Hauptakteure stützen. „Salafistische Prediger vermitteln im Rahmen ihrer Veranstaltungen und Videoverlautbarungen Inhalte und Werte, die mit dem westlichen Demokratieverständnis kaum in Einklang zu bringen sind und die zur Radikalisierung junger Muslime beitragen“, erklärte die Behörde.

Einige Redner als „bedenklich“ einzustufen

In der Rhön sollte der als gefährlich eingestufte Braunschweiger Prediger Mohammed Seyfudin Ciftci sprechen. Auf der Rednerliste stand laut einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ unter anderem auch der „militante bosnische Islamist“ Safet Kuduzovic.

Angesichts dieser Einschätzungen wird die Jugendherberge die Mieter vorab wieder vor die Tür setzen. „Uns wurde von den Aufsichtsbehörden mitgeteilt, dass einige der Redner als bedenklich einzustufen sind“, begründete Baues den Schritt. „Deswegen mussten wir die Konsequenzen ziehen. Die Redner wollen radikal und hetzerisch auf Menschen einwirken. Das widerspricht unseren Grundsätzen, die für Offenheit und Toleranz stehen.“

Die hessischen Jugendherbergen haben laut Baues pro Jahr Kontakt mit 600 bis 700 religiösen Gruppen. Man habe erst das Gefahrenpotenzial überprüfen müssen und dann mit der Vertragskündigung konsequent reagiert. „Rechtlich sehen wir da keine Probleme.“

dpa

Quelle: op-online.de

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