Islamistischer Prediger ausgereist

Frankfurt - Der radikal-islamistische Prediger Bilal Philips hat Deutschland nach einer Ausweisungsverfügung verlassen. Er sei bereits am Freitag ausgereist, sagte ein Sprecher der Polizei in Frankfurt am Osterwochenende.

Das Ziel sei nicht bekannt. Dem als Hassprediger kritisierten Salafisten war am vergangenen Mittwochabend nach einer Kundgebung in Frankfurt zum Thema „Islam - die missverstandene Religion“ die Ausweisungsverfügung der Frankfurter Ausländerbehörde übergeben worden. Allerdings könnte der in Jamaika geborene und in Kanada aufgewachsene Philips gegen die Verfügung beim Verwaltungsgericht Frankfurt noch innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

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Die Ausweisung war mit früheren Äußerungen Philips begründet worden, nach denen er unter anderem die Todesstrafe für Homosexuelle gefordert haben soll, wie das Ordnungsamt erläutert hatte. Der Prediger war zusammen mit dem deutschen Konvertiten Pierre Vogel aus dem Kölner Raum in Frankfurt aufgetreten. Die Polizei hatte Philips die Ausweisung absichtlich erst nach der Veranstaltung übergeben und damit auch gewartet, bis er die Innenstadt verlassen hatte. Ort und Zeitpunkt sollten deeskalierend wirken, sagte ein Polizeisprecher.

Die Kundgebung hatten laut Polizei etwa 2 000 Zuhörer und Demonstranten verfolgt. Dabei hatte der von den Sicherheitsbehörden beobachtete Prediger keine Hetzparolen von sich gegeben. Abu Ameena Bilal Philips wurde nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1947 geboren. Als 25-Jähriger soll er zum Islam übergetreten sein, zuvor war er zunächst Kommunist.

dpa

Quelle: op-online.de

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