Italienischer Blockupy-Demonstrant in Haft

Aktivisten sprechen von Menschenrechtsverletzung

Frankfurt - Ein italienischer Blockupy-Demonstrant sitzt in Frankfurt in Untersuchungshaft. Aktivisten sehen ihn als Opfer von Polizeigewalt, die Staatsanwaltschaft wirft dem Studenten vor, Ordnungshüter mit Steinen verletzt zu haben.

Eröffnung der EZB – Ausschreitungen in Frankfurt

Die Aufräumarbeiten nach den Krawallen rund um die EZB-Eröffnung sind weitestgehend abgeschlossen, die Gemüter haben sich abgekühlt. Einige Nachwehen lassen sich aber immer noch feststellen. Unter dem Hashtag #freefede und der Facebookseite Free Fede kämpfen Aktivisten derzeit intensiv um die Freilassung von Federico Annibale. Der Italiener war bei den Ausschreitungen am 18. März festgenommen worden und sitzt seitdem in Frankfurt in Untersuchungshaft. Er soll der einzige Demonstrant sein, der noch in Polizeigewahrsam ist. Die Studentengemeinschaft „SOAS Students' Union“ von Annibales Universität, der School of Oriental and African Studies in London, fordert in einem Statement, den 23-Jährigen auf Kaution freizulassen. Nach Ansicht der Organisation wollen die deutschen Behörden ein Exempel statuieren und Annibale als Sündenbock darstellen, um die Verbrechen der Europäischen Zentralbank zu verbergen. Die „SOAS Students‘ Union“ spricht von Verletzungen der Menschenrechte und beklagt, dass es noch keine Anklage und keinen Verhandlungstermin gibt.

Andere Darstellung der Staatsanwaltschaft

Dem widerspricht die Staatsanwaltschaft in Frankfurt. „Er hat die Möglichkeit einen Haftprüfungsantrag zu stellen. Dies ist bisher aber noch nicht geschehen“, heißt es von der Behörde. Außerdem würden die Untersuchungen noch laufen, deshalb könnten zu zeitlichen Entwicklungen keine Angaben gemacht werden. 

Weit auseinander gehen auch die Meinungen der Studentengemeinschaft und der Staatsanwaltschaft bei der Beschreibung des Tathergangs. Während die „SOAS Students‘ Union“ in ihren Statement von einem Picknick schreibt, an dem Annibale teilnahm und das von 30 bis 40 Beamten gewaltsam aufgelöst wurde, erklärt die Staatsanwaltschaft, dass der Italiener vormittags auf der Zeil auf Höhe des Einwohnermeldeamts mehrere Ziegelsteine auf die Ordnungshüter warf und fünf von ihnen verletzte. Es ist nicht zu erwarten, dass eine der beiden Seiten von ihrer Version abweicht, so werden die Nachwirkungen der Proteste die Justiz noch für längere Zeit beschäftigen.

stm

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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